Die
Planetenkonstellation zu der Zeit, wenn der Mensch seinen ersten
Atemzug nimmt, gilt in der Astrologie als grundlegender Ausgangspunkt
für seinen kommenden Lebensweg. Derjenige, der die Sternenschrift
entziffern kann, gewinnt verblüffende Einsichten in das Schicksal
eines einzelnen. Charakterliche Eigenschaften, Beziehungsthemen,
berufliche Dispositionen, Geld und Güter, gesundheitliche Anlagen,
gute und schlechte Zeiten – im Grunde kann alles wesentliche über
einen Menschen vom Geburtszeitpunkt her mit seinen
Entwicklungstendenzen abgelesen werden. Die Planeten sind also die
Vermittler unserer ursprünglichsten Lebensumstände, unseres mit in
dieses Leben gebrachte Karmas.
Dabei
stecken wir aber nicht fest und sollten uns keiner defätistischen
Sichtweise ergeben, sondern die Herausforderung annehmen und durch
bewusste Entscheidungen und Ausnutzung günstiger Zeiten das beste
aus unseren Anlagen machen. „Taking good care of the presence can
even transform the past“ - dieses buddhistische Sprichwort weist
darauf hin, daß uns Achtsamkeit immer helfen kann, aus unseren
Automatismen auszubrechen, und sogar unsere Vergangenheit mit ihren
Auswirkungen auf das Jetzt beeinflussen und klären kann. (Allerdings
weiß jeder, der es schon mal versucht hat, daß die Sache mit der
Achtsamkeit eine nicht so ganz einfache ist...)
Das
besondere an der vedischen Astrologie, am Jyotish, ist die Tatsache,
daß sie nicht nur eine Analyse unserer Anlagen, Lebensverhältnisse
und Tendenzen bietet, sondern spezielle esoterische Rituale kennt,
die uns helfen, die Planeteneinflüsse zum Guten hin zu verändern.
Die Planeten gelten in der hinduistischen Tradition nicht nur als
unbelebte Materieklumpen, die blind und wild durch´s All rasen,
sondern als Wesenheiten mit bestimmten Charaktereigenschaften.
Da ist
die Surya, die Sonne, Herrscher über die anderen Planeten unseres
Sonnensystems, Willenskraft und Ruhm schenkend; Chandra, der
mütterliche, Emotionen vermittelnde Mond; Mangala, der kriegerische
Mars und Lehrer der okkulten Wissenschaften; Shukra, die
künstlerische, sinnliche Venus; Buddha, der freundliche, eloquente
Merkur und Gott aller Händler; Shani, der strenge Lehrmeister und
Karmaherrscher Saturn; und Brihaspati, Jupiter, der große weise
Lehrer und Guru. Außerdem kennt man im Jyotish noch die
nicht-körperlichen Schattenplaneten Rahu und Ketu, den nördlichen
und den südlichen Mondknoten. Beide haben subtilen, jedoch großen
und oft verwirrenden Einfluss auf die Menschen. Rahu drängt uns in
die materielle Welt und hin zu weltlichem Erfolg, Ketu dagegen zur
Entsagung.
Wenn es
hart zugeht in unserem Leben und das Karma uns beschwert, ist es sicher eine gute Idee, sich den
Planeten (wieder) zuzuwenden, sie zu besänftigen und zu ehren, um
neue Freundschaft mit ihnen zu schließen. Wie durch die Hinwendung
zu einem Menschen auch können wir dadurch eine Klärung erreichen. Ein zu schwaches Band kann gefestigt und neu belebt
werden, und sogar eine schädliche, vergiftete Beziehung kann sich
ändern - von Feindseligkeit zu Freundschaft.
Um die
Planetenwesen zu ehren können wir ihre jeweiligen Mantren
rezitieren. Diese Praxis ist immer hilfreich, denn sie wirkt bei
geschwächten Planeten stärkend und bei aggressiven transformierend;
man braucht also keine Bedenken zu haben, ein mögliches
Ungleichgewicht noch zu vergrößern.
Wer
genau weiß, von welcher (Planeten-)Seite her der Schuh des Lebens
drückt, d.h., wer schon einmal eine astrologische Analyse hat machen
lassen, kann das Mantra des jeweiligen Planeten täglich rezitieren.
Wer sich nicht weiter auskennt, kann die etwas langwierigere, aber
dafür sehr gründliche Methode wählen, und den Herrscher des
jeweiligen Wochentages mit seinem Mantra versöhnen – und damit
sehr effektiv an seinen karmischen Lasten arbeiten. Sieben
Wochentage, sieben zugeordnete Planeten, plus am Samstag Abend Zeit
für Rahu und am Dienstag Abend Zeit für Ketu. Auf diese Weise wird
eine völlig neue Ausrichtung und Klärung unsere Planetenbeziehungen
erreicht – vorausgesetzt, wir beweisen eine gewisse Disziplin bei
dieser Praxis.
Und wie
geht’s jetzt hier an dieser Stelle, diesem Blog, weiter?
Ich
werde täglich einen kleinen Artikel mit dem jeweiligen
Planetenmantra verfassen, morgen geht’s los mit Surya, dem
Sonnengott.
Den
Segen der Sterne wünscht
Mirabai
P.S.:
Für
allgemeines zur Mantra-Praxis verweise ich auf meinen vorherigen
Artikel von heute.
Mehr
zum Thema steht auch bei den drei Kapiteln zum Thema Karma von 16.,
18. und 21.01.2013.
Einen
ersten Astrologie-Artikel habe ich am 02.01.2013 verfasst.
Interessant
für alle Beladenen und Belasteten sind sicher auch die Artikel zu
Pradosham, der letzte vom 07.03.2013.
P.P.S.:
Ich bin keine Astrologie-Fachfrau, aber wunderbare Analysen der
westlichen Astrologie macht Christa Heidecke aus Kiel.
Für
vedische Horoskope und inklusive Korrekturen empfehle ich Friedrich
Asen aus Österreich.
(Beide
sind übrigens weder mit mir verwandt, noch verschwägert, auch
bekomme ich keinerlei Fangprämien für Kundenvermittlung! Ich gebe nur meine
Meinung und Erfahrung wieder.)