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Sonntag, 7. April 2013

Zeit, um Karma aufzulösen – Pradosham am Sonntag, den 07. April

Heute ist wieder der 13. Mondtag eines Zyklus, diesmal des abnehmenden, und damit ist nach vedischer Auffassung in der Stunde der Abenddämmerung bis zum Sonnenuntergang wieder eine gute Zeit zum beten, meditieren und Mantra rezitieren. Karma auflösen ist angesagt!

Sonnenuntergang ist bei mir im Nürnberger Land um 19:54 Uhr.

Das entsprechende Mantra ist „Thiru Neela Kantam“, mindestens 108 mal rezitiert, besser ein Vielfaches davon, oder gleich 1008 Mal.


Viele herzliche Sonntagsgrüße von

Mirabai


P.S.:
  • Für allgemeines zur Mantra-Praxis verweise ich auf meinen Artikel „Kleiner Mantra-Kurs“ vom 16.03.2013.
  • Artikel zu Pradosham habe ich am 24.03.2013, am 07.03.2013, am 22.02.2013 und am 24.01.2013 verfasst.
  • Mehr zum Thema Karma steht in den drei Kapiteln vom 16., 18. und 21.01.2013.
  • Einen ersten Astrologie-Artikel habe ich am 02.01.2013 veröffentlicht.



Samstag, 23. März 2013

Samstag - Saturngott Shani gnädig stimmen

In der vedischen Astrologie heißt der Planet Saturn Shani. Seine Farbe ist Blau oder Schwarz, sein Element ist die Luft. Shani gilt als der mächtigste Planetengott überhaupt, aber er wird im allgemeinen als ungünstig angesehen und gefürchtet. Im Shani Mahatmyam steht geschrieben, daß er einen König zum Bettler machen kann – und umgekehrt.
Shani verkörpert den strengen Lehrer; er repräsentiert Disziplin, Anstrengung, Geduld und Ausdauer. Er ist der Herr des Karmas: Gnädig und belohnend gegenüber denen, welche sich bemühen, aufrichtig sind und den Wegen des Guten folgen, aber hart und strafend zu jenen, die von den rechten Wegen abgekommen sind.

Sein Mantra:

„Om Shanicharaaya namaha“, 108 mal wiederholt

oder

„Om namo bhagavate Khurmadevaaya“, 108 mal wiederholt,

oder

„Nilaanjanam samaabhasam raviiputram yamaagrajam, chayaa martanda sambhutam tam namaami Shanishwaram“, 108 mal wiederholt.
(hier eine Aufnahme, weil´s wirklich nicht so einfach ist: http://www.youtube.com/watch?v=TYdgdKjOv3E).

Die übergeordnete Gottheit für Herrn Shani ist Siva, bzw. seine Inkarnation Hanuman. Alle Verehrung Sivas oder Hanumans besänftigt auch Herrn Shani.

„Om namah Shivay“, 108 mal wiederholt

oder

Sivas Gayatri:
„Om Tatpurushaaya vidmahe, Mahadevaaya dhimahi, tanno Rudra prachodayaat“,
108 mal wiederholt,

oder

Siva Mahamrityunjaya Mantra:
„Om tryambakam yajaamahe, sugandhim pushti vardhanam, urvaarukamiva bandhanaan, mrityor mukshia maamritat“, 108 mal wiederholt.


Hanumans Gayatri:

„Om Anjanajaaya vidmahe, vaya Puthraaya dimahi, tanno Hanumath prachodayaat“, 108 mal wiederholt.


Wenn es wirklich hart, zäh und anstrengend zugeht im Leben, ist es immer gut, sich mit Herrn Shani auszusöhnen. Dann können oder sollen die Mantren auch jeden Tag rezitiert werden, besonders wirksam sind die Rituale aber samstags. Außerdem ist in solchen Fällen Pradosham sicher empfehlenswert!


Den Segen des mächtigen Saturnherrschers wünscht

Mirabai


P.S.: Die Einleitung zur Planeten-Mantra-Reihe steht im Artikel vom 16.03.2013 „Freundschaft mit den Planeten schliessen“, für allgemeines zur Mantra-Praxis bitte meinen Artikel vom 16.03.2013 „Kleiner Mantra-Kurs“ beachten!
P.P.S.: Bezüglich der Aussprache der Mantren – bei YouTube gibt es unzählige Aufnahmen!


Freitag, 22. März 2013

Zeit, um Karma aufzulösen – Pradosham am Sonntag, den 24. März

Am kommenden Sonntag ist der 13. Tag im zunehmenden Mondzyklus, und damit ergibt sich ein günstiges Zeitfenster für esoterische Rituale zum auflösen hartnäckigen Karmas. An diesem Tag in der Stunde der Abenddämmerung und zum Zeitpunkt des Sonnenuntergangs rezitierte Mantren und Gebete zu Siva gelten in der vedischen Astrologie als besonders kraftvoll. Wer sich im Trott gefangen fühlt, Endlosschleifen an Mühen erlebt oder einfach Hilfe und Gnade braucht, kann sich (nicht nur dann) vertrauensvoll Siva zuwenden.

Mantra für Pradosham: „Thiru neela kantam“, mindestens 108 mal wiederholt, besser ein Vielfaches oder gleich 1008 oder 10008 Wiederholungen.

In Nürnberg geht die Sonne am Sonntag um 18:32 Uhr unter, und ich werde auf jeden Fall wieder meine Mantra-Praxis ausüben, um meine Lasten Stück für Stück immer weiter abzulegen.


Alles Liebe,

Mirabai


P.S.:
  • Für allgemeines zur Mantra-Praxis verweise ich auf meinen Artikel „Kleiner Mantra-Kurs“ vom 16.03.2013.
  • Artikel zu Pradosham habe ich am 07.03.2013, am 22.02.2013 und am 24.01.2013 verfasst.
  • Mehr zum Thema Karma steht in den drei Kapiteln vom 16., 18. und 21.01.2013.
  • Einen ersten Astrologie-Artikel habe ich am 02.01.2013 veröffentlicht.



Freitag, 8. März 2013

Maha Sivaratri - Die lange Nacht Sivas am 10. März 2013

Für Hindus und für alle, die Siva lieben, ist die Neumond-Nacht im Monat Phalguna, welche heuer auf den 10. März fällt, die heiligste Nacht des ganzen Jahres.

Die Gläubigen nehmen schon am Morgen ein Bad (das ist ja in Indien nicht immer selbstverständlich), man kleidet sich idealer Weise neu, besucht den Tempel mit Opfergaben und sponsert vielleicht sogar ein Feuerritual, ein Sivalinga-Pooja, und begeht den Tag fastend in Gedanken an Siva. Die wichtigste Zeit ist aber die dunkle Nacht, die die Gläubigen durchwachen. Dabei werden Seine Mantren rezitiert - „Om namah Shivay“ oder Sein Gayatri Mantra, Seine Hymne „Om Tatpurushaaya vidmahe, Mahadevaaya dimahi, Tanno Rudra prachodayaat“, immer mindestens 108 Mal, besser ein Vielfaches davon oder gleich 1008 bzw. 100008 Mal. Man hört sich auch Gesänge an, die Ihm gewidmet sind, wie z.B. den Rudrastakam, den ich so sehr gerne habe, eine Komposition von Swami Tulsidas. 
Wichtig ist, wirklich die ganze Nacht wach zu bleiben, und das Fasten erst am anderen Morgen zu brechen. Wer Sivaratri vertrauensvoll begeht und sich ganz Sivas Verehrung hingibt, von dem heißt es, dass sein Karma aufgelöst wird und der Kreislauf aus Sterben und Wiedergeburt durchbrochen wird.

In unseren Breiten hat sicherlich nicht jeder einen Sivalingam daheim stehen, Bilwa-Blätter, die dem Gott heilig sind, können auch nicht so einfach geopfert werden, und mit trainierten Brahmanen für Rituale wie Poojas und Abhishekams ist es auch nicht wirklich gut bestellt.
Nichtsdestotrotz können sich vielleicht doch etliche Europäer mit dem Gedanken anfreunden, sich dieser Gottheit in dieser besonderen Nacht zuzuwenden. Kerzen oder vielleicht ein bisschen Räucherwerk und Blumen machen Ihm sicher auch Freude, und Mantren oder Gebete zu Ihm haben in dieser Nacht eine besondere Kraft. Wer meditiert, wird in dieser Nacht viel einfacher in einen erweiterten, höheren Geisteszustand kommen. Das Göttliche ist uns in dieser Nacht greifbarer.

Ich habe mich schon die vorherigen Jahre bemüht, aber ich schaffe es einfach nicht, wirklich eine Nacht wach zu bleiben. Ich geb´s zu, ich bin da ein Weichei, und ich hoffe, Er sieht es mir nach. Aber mich rührt diese Nacht immer wieder tief an, und ich werde sie auch dieses Jahr wieder feiern.
Für alle, die es interessiert, füge ich hier ein paar YouTube-links mit Bhajans, mit Gesängen, an, die ich besonders mag:

Rudrastakam gesungen von Ramesh Bhai Oza: http://www.youtube.com/watch?v=tPw3A1k6N58

eine andere Fassung, auch sehr schön: http://www.youtube.com/watch?v=wtMOHnvJ5kU

Hier der Text in einer guten Übersetzung: http://www.lyricsmania.com/rudrashtakam_shiva_stuti_lyrics_krishna_das.html

Ramesh Bhai Oza singt den Siva Panchakshara Stotram: http://www.youtube.com/watch?v=bajfTIutLtI


Eine segensreiche Nacht wünscht

Mirabai




Donnerstag, 7. März 2013

Karma auflösen am 13. Mondtag - Saturn Pradosham am Samstag, den 09. März 2013

Am kommenden Samstag ergibt sich in der Stunde der Abenddämmerung bis zum Zeitpunkt des Sonnenunterganges nach hinduistischer Tradition wieder eine sehr gute Möglichkeit, Karma rituell aufzulösen.

Dieses Zeitfenster vor dem Sonnenuntergang kann prinzipiell jeden Tag genutzt werden, besonders günstig ist diese Zeit jedoch am 13. Tag des zu- oder abnehmenden Mondes. Fällt dieser 13. Mondtag dazu noch auf einen Samstag, gibt es ein Großes Pradosham oder Maha Pradosham, auch Saturn Pradosham oder Shani Pradosham genannt.

Der Sonnenuntergang ist hierzulande kurz nach 18.00 Uhr abends, und vertrauensvolle Gebete zu Siva um Hilfe sowie das Rezitieren Seines Mantras „Thiru Neela Kantam“, mindestens 108 Mal, besser ein Vielfaches davon oder gleich 1008 Male, sind dann sehr viel wirkungsvoller als sonst.

Wer wirklich schwer an seiner Vergangenheit trägt, wer sich nach Veränderung sehnt und doch nicht aus seiner alten Spur herauskommt, dem sei diese Zeit besonders ans Herz gelegt. Denn es gilt, zuerst das Alte wegzuräumen um Platz zu schaffen, und dann erst das Neue einzuladen.
Übrigens sollte man sich nicht wundern, wenn in der Nacht des Shani Pradosham heftig geträumt wird! Daran wird sehr sichtbar, wie das Ritual, das Mantra, arbeiten.

Alles Liebe, alles Licht wünscht
Mirabai

P.S.: Ich verweise für mehr Infos noch auf meine früheren Artikel zu Pradosham!

Dienstag, 19. Februar 2013

Chidambaram

Chidambaram ist mit dem Taxi in ca. drei bis vier Stunden von Tiruvannamalai aus erreichbar. Bekannt und berühmt ist die Stadt mit ungefähr 60.000 Einwohnern wegen des Nataraja-Tempels, einem der heiligsten Orte in ganz Tamil Nadu. Die Stadt Chidambaram ist ganz auf den Tempel ausgerichtet, das riesige Areal mit den vier Eingangstürmen, den Gopurams, steht im Zentrum, und wird von ringförmigen Straßen umgeben.

In diesem Tempel, der Siva geweiht ist, wird die Gottheit nicht wie sonst als körperloser Lingam dargestellt, sondern als vielarmiger kosmischer Tänzer. Sein ekstatischer Tanz lässt die Welt entstehen, erhält sie und bringt auch wieder Zerstörung, ein Symbol für den Zyklus aus Geburt, wachsen und Auflösung im Tod. Unter den Füßen des Tänzers wird ein Zwerg niedergehalten als Zeichen der Meisterschaft über die Täuschung, die Maya.

Der Nataraja-Tempel in Chidambaram ist einer jener heiligen Orte, die in Verbindung mit einem der fünf klassischen Elementen der indischen Philosophie stehen. Tiruvannamalai mit dem Berg Arunachala und seinem Tempel sind Plätze des Agni, des Feuer-Elements, Chidambaram hingegen ist ein Ort des Aakash, des Äthers, der großen Leere, des endlosen Nichts, des reinen Bewusstseins, der Quelle allen Seins.

Wie ich schon von mehrmals schrieb, sind an Indiens heiligen Plätzen die verschiedenen Qualitäten der Energien sehr spürbar. Wenn Sie jemals das Tempelareal in Chidambaram betreten und sich dem Schrein im inneren Bereich nähern, werden Sie erleben, wie der Geist von ganz alleine ruhig und klar wird und sich die sonst rastlosen Gedanken verflüchtigen. Man schwingt sich ein auf die endlose Weite des Kosmos und läßt die Grenzen der Welt hinter sich.
Das Idealbild des Meditationsprozesses: Der Geist als stiller See mit glatter Oberfläche, ungekräuselt durch Gedankenwellen, in dem sich unverzerrt das göttliche Licht spiegelt.
Hier an diesem magischen Ort verbrachten Toby und ich einige Zeit schweigend und versunken, und schenkten dem Kosmischen Tänzer unsere kleinen Gaben, die Archana.

Vor dem Tempel dagegen: Nicht nur Betriebsamkeit, sondern mehr als das. Hier wurden wir, zum ersten Mal in Indien, von Bettlern verfolgt. Elende junge Müttern mit kleinen Babies stellten sich uns in den Weg und „money, money, money“ rufende Kinderscharen umringten uns. Toby, die resolute, selbstbewusste Person tat das einzig richtige: Während ich noch nicht recht wußte, wie mir geschah und verdutzt um mich guckte, packte sie mich schon am Arm und zog mich weg, zurück zum Taxi.

Sonntag, 17. Februar 2013

Wieder in Tiruvannamalai

Nach meinem Ausflug nach Kumbakonam, ich nenne es mal Tempel-Rallye, zog es mich wieder zurück nach Tiruvannamalai. Alles, was ich in Indien erledigen wollte, war jetzt geschafft. Ich war beim Nadi-Reading in Chennai gewesen, ich bin zweimal den Girivalam gelaufen und hatte alle vom Astrologen empfohlenen Orte besucht, die Gottheiten geehrt und meine Gaben und Gebete dort gelassen.

Alles, was ich jetzt noch wollte, war Zeit in der wunderbaren Atmosphäre des Berges verbringen.
Toby, meine amerikanische Bekanntschaft von meinem zweiten Girivalam, ist ein geborenes Organisationstalent und eine wunderbare Frau, und wir hatten beschlossen, uns für die verbleibende Zeit in Tiruvannamalai ein Zimmer im einzigen örtlichen Resort zu teilen. Wir wollten es uns gut gehen lassen, also den Room Service beanspruchen, im Pool planschen, uns den Rücken auf ayurvedische Art massieren lassen und ein bisschen die Traveller-Cafes im Ort besuchen, bevor ich wieder nach Hause fliegen musste und sie weiter reiste zu einem buddhistischen Training in Nepal.

Während Toby in der Regel im Morgengrauen aufstand und unglaublich diszipliniert buddhistische Rituale praktizierte, dabei akribisch eine Liste mit der Anzahl der bereits gesprochenen Gebete und Mantren und Verbeugungen führte, blieb ich einfach faul im Bett liegen, genoß später das leckere indische Frühstück, welches in daheim in Deutschland so sehr vermissen würde, las ein bisschen und schaute den Berg an. Manchmal unternahmen wir am Nachmittag etwas zusammen, beispielsweise uns in traditionelle indische Salwar Kameez einzukleiden oder eine Kleinigkeit im Shanti Cafe zu essen, manchmal redeten wir nur einfach und machten weiter – nichts.
Dolce far niente.

Einmal unternahmen wir den Versuch, ein Stück den Berg zu besteigen, um die Meditationshöhlen Ramana Maharishis und die Wasserfälle zu besuchen. Ich wollte noch als Zeichen meiner Dankbarkeit und Verehrung ein Ritual an die Wesenheit des Arunachala durchführen. In der schamanischen Tradition, die mich an diesen Ort geführt hatte, nennt man eine solche rituelle Gabe aus den verschiedensten Dingen, die die Natur uns schenkt, ein „Despacho“.
Für das Despacho hatte ich im Ort eine Auswahl an Hülsenfrüchten, Gewürzen und Nüssen gekauft, die hübsch arrangiert und mit unseren guten Wünschen und unserem Atem als persönlichster Gabe dem Platz geschenkt werden sollten. Ein solches Ritual ist immer ein besonderes Erlebnis, man kommt in einen richtigen flow des Gebens und Nehmens und es entsteht eine sehr schöne Energie dabei. Der Ort, den wir für das Despacho auserkoren hatten, lag etwa auf halber Höhe und bot einen großartigen Blick auf Tiruvannamalai mit seinem riesigen Tempelareal.

Die Nachricht, daß zwei Touristinnen mit einer Tasche voll Essbarem auf einem kleinen Felsplateau saßen, muss sich in der Affenwelt rasend schnell verbreitet haben. Kaum hatten wir begonnen die ersten Gaben auszulegen, waren wir von einer ganzen Herde der Tiere umringt, die sich frech ihre Lieblingsleckerbissen herauspickten, und alles, was nicht so schmeckte, den Abhang hinunter fegten.

Ich gehe jetzt mal davon aus, daß der Apu bereits unseren guten Willen als Ergebnis akzeptiert hat, und so sind wir eben wieder bergab marschiert, ich für mich mit dem Vorsatz, daheim in Deutschland an einem ruhigeren Platz ein weiteres Despacho zu machen. Unsere einheimischen Tiere sind ja in solchen Dingen glücklicherweise etwas weniger vorwitzig. Da die Wesenheit des Arunachala, Lord Siva selber, ja auch als Affengeneral Hanuman inkarniert ist, war diese kleine Party unter Verwandten vielleicht ein Ausdruck seines Humors und seiner Liebe zu allen Wesen.

Die wunderbare überirdische, lichte, freudige und liebevolle Energie des Berges durfte ich eines nachts spüren, als ich wach wurde und die göttliche Präsenz viel intensiver spüren konnte als sonst. Es ist in dürren Worten kaum beschreibbar, und ich bin leider keine mystische Dichterin, die dieses Erlebnis in ausdrucksvollen, hymnischen Bildern erzählen kann. Nur so viel: Ich lag in meinem Bett und die Tränen der Rührung flossen in Strömen, und sie tun es noch jetzt, wenn ich nur davon schreibe oder daran denke. Es war die Berührung der Gottheit selber.

Donnerstag, 24. Januar 2013

Pradosham: Karma auflösen am 13. Mondtag

Heute ist der 13. Tag des zunehmenden Mondes und damit ein besonderes Zeitfenster. An jedem 13. Mondtag, gleich ob in der zunehmenden oder in der abnehmenden Phase, können Karma und karmische Gedanken durch bestimmte Rituale und die Gebete zu Siva besonders effektiv aufgelöst werden.

Während der Dämmerung, in der Zeit zwischen Tag und Nacht ungefähr eine bis eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang gesungene Mantras zum Auflösen des Karmas gelten dann als besonders wirkungsvoll. Natürlich kann die Dämmerung täglich für Pradosham, was wörtlich die Auflösung von Sünden bedeutet, genutzt werden. Das ist sicherlich eine gute Idee für all jene, die das Gefühl haben, festzustecken und die es leid sind, sich in ausgetretenen Lebensbahnen zu bewegen; alles Zeichen dafür, daß das Karma einen Menschen fest im Schraubstock-Griff hat. An einem 13. Mondtag sind die Energien jedoch besonders stark, und sollte der 13. Mondtag noch auf einen Samstag oder einen Montag fallen, sind die Zeiten am günstigsten.

Bei mir im Nürnberger Umland geht heute die Sonne um 16:51 Uhr unter, und ich werde die Dämmerung nutzen, um 108 mal das Mantra „Thiru Neela Kantam“ zu rezitieren und dabei ein blaues Licht auf meinem Halschakra visualisieren.
Neela Kantam ist übrigens einer der 108 Namen Sivas, der auf den blauen Fleck auf seinem Hals hinweist, dem Zeichen dafür, dass Siva das Gift der Welt getrunken hatte, und ihn seine Gemahlin Parvati rettete, indem sie seinen fest Hals zudrückte.

Wer mehr wissen möchte, kann über das Pradosham-Zeitfenster und zum Thiru Neela Kantam – Mantra bei Astroved (www.Astroved.com) oder Sivababa unter http://www.pillaicenter.com/teachings/13th_moon/ nachlesen, bei youtube finden sich auch Videos zur korrekten Aussprache.





Montag, 14. Januar 2013

Girivalam

Der Girivalam ist die rituelle Umrundung des heiligen Berges Arunachala im Uhrzeigersinn (Giri = Hügel, Valam = Umrundung); Giripradakshina hat dieselbe Bedeutung.

Im Jahr 2011 sind über 8 Millionen Besucher nach Tiruvannamalai gekommen, davon waren sicherlich die meisten Pilger welche sich aufmachten, die knapp 14 km lange Strecke zu gehen - oder auch zu fahren. Auch die Fußkranken und die Gebrechlichen müssen nicht verzweifeln, der Girivalam ist auch mit dem Auto, Taxi, Bus, Riksha oder Fahrrad erlaubt!
Besonders zu Vollmond strömen die Gläubigen in die Stadt, und natürlich zu Deepam im Tamil-Monat Karttigai (nach unserem Kalender ein Tag Ende November / Anfang Dezember).
An diesem größten aller religiösen Festivals im Ort steht der Mond in Konjunktion mit dem Sternenhaufen der Plejaden, riesige Ghee-Feuer werden dann auf dem Berggipfel entzündet und Tiruvannamalai wird von Wallfahrern regelrecht überrannt. Die Stadt mit gut über 100 000 Einwohnern verzeichnet ungefähr die zehnfache Anzahl Besucher.
Sollten Sie also zum Arunachala reisen wollen, verspüren auch Sie einen Ruf – Deepam ist sicher wunderschön, aber vielleicht ist es für Europäer doch besser, sich zunächst zu einer weniger belebten Zeit auf den Weg zu machen.

Es gibt einen inneren Weg durch die Felder und einen entlang der Straße, wobei die Straße außerhalb von Tiruvannamalai allerdings recht ruhig ist. Man kann diesen Weg also unbesorgt gehen.
Um den Berg herum sind acht physische Siva Lingams angeordnet, die zum Darshan besucht werden können, aber es heißt, daß auch es sehr, sehr viele subtile, energetische Siva Lingams unter und entlang der Strecke gibt, welche ihre feinen Energien verströmen.
Die Pilger sollten zum Girivalam saubere Kleider tragen und in meditativer Stimmung sein. Man darf auf dem Weg alle Arten von Wundern erwarten, und man soll ein großzügiges Herz haben – der Bettler am Wegrand könnte eine Inkarnation eines Verwandten sein, oder vielleicht sogar ein verkleideter Gott! Nehmen Sie also viel kleines Geld zum Spenden mit, Sie werden es brauchen, ich kam am ersten Tag praktisch pleite ins Hotel zurück. Sogar meine Kekse für unterwegs haben sich die Kinder geholt.
Es macht auch einen Unterschied, an welchem Wochentag man den heiligen Berg umrundet, jeder Tag steht für eine bestimmte Qualität des Girivalam 

Es gibt sicherlich noch eine Reihe weiterer Vorschriften für die Pilger, und ich habe im Hotel auch gefragt, ob ich wohl in den Tempel gehen müsse, oder bestimmte Rituale durchführen, aber der nette Rezeptionist hat nur gelächelt und den Kopf geschüttelt. „For tourists – not necessary!“
Gut, ich habe das dann als eine Art Absolution für Nicht-Hindus genommen.
Ich war einfach dort in Tiruvannamalai und bin gelaufen, ganz nahe bei meinem Apu, und ich hatte das feste Vertrauen, daß das mehr als genug war, und ich bin ganz sicher, daß ich einen großen Segen empfangen habe. Es heißt, daß das Feuerelement des Hügels auch das schlimmste Karma zu verbrennen vermag, und daß Siva denen, die ihn dort besuchen, alle Wünsche erfüllt.
Und auch, daß es schon eine große Menge gutes Karma erfordert, damit ein Mensch überhaupt an diesen Ort gelangt. Oder ein Bild des Arunachala sieht. Oder überhaupt nur an den Berg denkt!

Ich bin den Girivalam an zwei aufeinanderfolgenden Tagen gelaufen – einmal für mich, und einmal für meine Tochter. Am zweiten Tag bin ich schon mit Blasen an den Füßen gestartet, aber jede Mutter kann sich sicher vorstellen, daß solche Kleinigkeiten kaum eine Rolle spielen, wenn es um das Wohl des Kindes geht, auch wenn es das weniger greifbare spirituelle Wohl ist.
Zum Glück habe ich aber an diesem Tag in der Frühe noch die wunderbare Toby, eine alleine reisende Psychotherapeutin aus Kalifornien, kennengelernt. Wir sind zusammen gelaufen, haben geredet und erzählt wie das nur unter Frauen passieren kann, wenn man sich gerade kennengelernt hat und sich im nächsten Moment gleich das Herz ausschüttet wie unter besten, alten Freundinnen.
Ich habe bei ihr im Resort auch eine Pause eingelegt. Im Swimmingpool, zum abkühlen und ausruhen. Sie hat meine Füße für den restlichen Weg zu meinem Hotel mit Moleskin, einem sagenhaften Pflaster, welches es offensichtlich nur in den Staaten gibt, versorgt, denn sonst hätte ich diesen zweiten Girivalam wohl nur in der Riksha vollenden können.
Zugegeben, der zweite Girivalam für mein Kind war weniger besinnlich, aber ich vertraue darauf, daß Sivas Segen auch auf ihr liegt.