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Freitag, 22. März 2013

Freitag - mit der schönen Venus feiern

Der vedische Gott des Planeten Venus heißt Shukra. Sein Element ist das Wasser, seine Farbe ist Weiß. Er wird assoziiert mit Liebe, Heirat, Komfort und Bequemlichkeit, Wohlstand, Luxus, Schönheit, den Künsten, Sinnlichkeit und Sexualität. Shukra ist von freundlichem Wesen.

Shukras Mantra:
„Om Shukrayaa namaha“, 108 mal wiederholt

oder

„Om namo bhagavate paarashuuramaaya“, 108 mal wiederholt.

Die übergeordnete Gottheit von Shukra ist Lakshmi, die gütige Göttin des Glücks, der Freude, des Reichtums und der Schönheit. Besonders die indischen Frauen beten zu ihr und verehren sie. Ihre Samensilbe, das beej Mantra, ist shreem.

Lakshmis Mantra:

„Om shreem Lakshmiyai namaha“, 108 mal wiederholt.
Lakshmis Gayatri:

„Om Mahaadevyai cha vidmahe, Vishnupatniyai cha dimahi, tanno Lakshmi prachodayaat“, 108 mal wiederholt.

Es gilt als glückbringend, am Lakshmi-Tag Freitag den Kanakadhara-Stotram zu singen (für Europäer genügt es vielleicht, ihn nur anzuhören). Shankaracharya, der verehrte Reformator des Hinduismus, hat diese Hymne komponiert.

Adi Shankara zog als junger Mönch besitzlos und bettelnd umher, wie es eben Brauch war. Dabei kam er auch zu der Hütte einer Brahmanin, die sehr arm war, aber eine nobles, großzügiges Herz hatte. Sie hatte nichts weiter zu essen im Haus außer einer kleinen Amla-Beere, die sie dem jungen Bettelmönch schenkte, denn sie wollte ihn nicht ohne eine Gabe wegschicken. Adi Shankara war so bewegt von der Selbstlosigkeit dieser Frau, daß er spontan überwältigt den Kanakadhara Stotram zu Ehren Mahalakshmis erdichtete und sang. Die Göttin wiederum war so gerührt von der Hymne des Mönches, daß sie in diesem Moment Goldstücke, welche die Form von Amlabeeren hatten, über das Haus der armen Brahmanenfrau regnen ließ.

Hier ein link zum Kanakadhara Stotram, gesungen von Uma Mohan (sehr schön, aber leider gekürzt!):

Hier eine lange Version (aber sehr indisch...):


Den reichen Segen der wunderbaren Muttergöttin Lakshmi wünscht

Mirabai


P.S.: Die Einleitung zur Planeten-Mantra-Reihe steht im Artikel vom 16.03.2013 „Freundschaft mit den Planeten schliessen“, für allgemeines zur Mantra-Praxis bitte meinen Artikel vom 16.03.2013 „Kleiner Mantra-Kurs“ beachten!
P.P.S.: Bezüglich der Aussprache der Mantren – bei YouTube gibt es unzählige Aufnahmen!




Samstag, 16. März 2013

Kleiner Mantra-Kurs

Eine Freundin hat mich kürzlich auf meine Artikel zu Pradosham angesprochen. Selber eine sehr spirituelle Person, aber unvertraut mit indischer Philosophie, wollte sie wissen, wie ich denn immer meine 108 Wiederholungen eines Mantra abzähle. Und da wurde mir klar, daß es eine gute Idee sein mag, wenn ich ein paar grundlegende Dinge zu Japa, der Praxis des Mantra-Rezitierens, erzähle.

Ein Mantra ist in seiner ursprünglichen Bedeutung in der Sanskrit-Sprache ein Gedankenwerkzeug, das den Geist reinigt, klärt und befreit. Japa bezeichnet den entsprechenden Meditationsprozeß des Mantra chantens, flüsterns, singens, oder auch der stillen geistigen Wiederholung.

Es gilt als sehr günstig, die heilige Zahl 108 des Hinduismus bzw. Buddhismus mit der Japa-Praxis zu verbinden, beispielsweise indem man ein Mantra 108 Mal oder ein Vielfaches davon wiederholt, oder auch 108 Minuten meditiert. Man kann wohl sehr tief in die mystische, vielschichtige Bedeutung der Zahl 108 einsteigen, aber für solche Erklärungen bin ich definitiv die falsche Person! Nur so viel: 108 stellt eine höhere kosmische Ordnungszahl dar, und sie erscheint gerne in Zusammenhang mit Vollkommenheit und Abgeschlossenheit. So gibt es 108 Namen der Gottheiten, 108 Upanishaden (heilige Schriften), Siva tanzt 108 Schritte...

Eine Mala, eine typische indische Gebetskette, besteht aus 108 Perlen und einer 109. großen sogenannten Guru-Perle, die das Ende der 108er-Reihe markiert. Die Mala hilft uns also, uns vollkommen auf ein Mantra zu konzentrieren, ohne durch zählen abgelenkt zu werden. Beim Rezitieren des Mantra sollten die Perlen der Gebetskette durch den Daumen und den Mittelfinger gleiten, bis das Ende der Reihe durch die große Perle fühlbar ist. Wer eine neue Runde beginnen will, geht nicht über die Guru-Perle hinweg, sondern dreht um und startet sozusagen neu in Gegenrichtung.

Das Material der jeweiligen Mala-Perlen hat eine besondere Bedeutung und kann bei der Auswahl berücksichtigt werden. So sind Rudraksha-Malas aus den Samen eines eines Baumes Siva heilig und werden deshalb gerne von Siva-Anhängern, bzw. für Mantren an Siva verwendet. Tulsi und Sandelholz dagegen werden für die Hinwendung zu Vishnu oder seinen Inkarnation Krishna und Rama gewählt. Edelstein-Malas wie solche aus Bergkristall eigenen sich gut für Devi-Mantras, und Rosenquarz-Perlen für die Verehrung der Göttin Lakshmi. Es gibt aber noch viele andere Materialien mit eigener Bedeutung, und wer will, kann sich beim Kauf eingehender informieren.

Ein Mantra besteht typischerweise aus einem oder mehreren ein- oder mehrsilbigen Wörtern aus dem Sanskrit, der altindischen Hochsprache. Warum verwenden wir nun Sanskrit-Mantren, und wiederholen nicht einfach Wörter aus unserer eigenen Sprache, ähnlich wie bei Affirmationen? Ein naheliegender und einleuchtender Grund ist sicherlich der, daß es für uns als Praktizierende einfacher ist, uns in ein bereits geschaffenes Energiefeld aus Klangschwingungen einzuklinken, anstatt irgendwo völlig neu zu beginnen. Denn die uralten Mantren sind in Tausenden von Jahren zigfach wiederholt worden und damit auf energetischer Ebene bereits „abgespeichert“.
Der andere Grund ist aber der, daß das Sanskrit als vollkommene Sprache gilt mit der Besonderheit, daß auf der universalen, spirituellen Ebene Sanskrit-Wort und seine Bedeutung eines sind. Der Klang des Wortes, beispielsweise shanti (Frieden) IST auf spiritueller Ebene Frieden, und nicht nur ein Ausdruck dafür.

Wenn wir also ein Mantra rezitieren, verwirklichen wir seine Bedeutung auf einer höheren, auf der spirituellen Ebene. Und da alle physische Welt auf kleinster Ebene nicht-materiell ist und aus Schwingung besteht, können wir mit dem Klang des Mantras zunächst unseren Geist reinigen und klären, aber darüber hinaus auch unsere physische Realität mit einer neuen, besseren Schwingung durchtränken. Ein Mantra entfaltet, wenn es immer und immer wieder wiederholt wird, eine große, wachsende und formende Kraft.

Spezielle einsilbige Samen-Mantren oder Samensilben (beej mantra) sind typisch für eine Gottheit und beinhalten wie ein Same die Kraft und dessen / deren Eigenschaften. Es heißt, wer solche Silben durch stetes Wiederholen verwirklicht, der verwirklicht die Eigenschaften der Gottheit, bis diese dem Praktizierenden schließlich sogar erscheint.

Die Mantra-Meditationspraxis wird idealer Weise morgens durchgeführt, Ausnahmen wie beispielsweise die Pradosham-Rituale ausgenommen. Man steht also auf, wäscht sich mindestens Gesicht und Hände, und wer einen kleinen Altar hat mit Bildern, Statuen oder Yantras kann noch eine Kerze entzünden und sich so einstimmen. Jedenfalls beginnt der Alltag auf diese Weise geklärt und mit einer höheren Schwingung.


Viel Erfolg und Segen wünscht
Mirabai