Samstag, 16. März 2013

Freundschaft mit den Planeten schliessen

Die Planetenkonstellation zu der Zeit, wenn der Mensch seinen ersten Atemzug nimmt, gilt in der Astrologie als grundlegender Ausgangspunkt für seinen kommenden Lebensweg. Derjenige, der die Sternenschrift entziffern kann, gewinnt verblüffende Einsichten in das Schicksal eines einzelnen. Charakterliche Eigenschaften, Beziehungsthemen, berufliche Dispositionen, Geld und Güter, gesundheitliche Anlagen, gute und schlechte Zeiten – im Grunde kann alles wesentliche über einen Menschen vom Geburtszeitpunkt her mit seinen Entwicklungstendenzen abgelesen werden. Die Planeten sind also die Vermittler unserer ursprünglichsten Lebensumstände, unseres mit in dieses Leben gebrachte Karmas.

Dabei stecken wir aber nicht fest und sollten uns keiner defätistischen Sichtweise ergeben, sondern die Herausforderung annehmen und durch bewusste Entscheidungen und Ausnutzung günstiger Zeiten das beste aus unseren Anlagen machen. „Taking good care of the presence can even transform the past“ - dieses buddhistische Sprichwort weist darauf hin, daß uns Achtsamkeit immer helfen kann, aus unseren Automatismen auszubrechen, und sogar unsere Vergangenheit mit ihren Auswirkungen auf das Jetzt beeinflussen und klären kann. (Allerdings weiß jeder, der es schon mal versucht hat, daß die Sache mit der Achtsamkeit eine nicht so ganz einfache ist...)

Das besondere an der vedischen Astrologie, am Jyotish, ist die Tatsache, daß sie nicht nur eine Analyse unserer Anlagen, Lebensverhältnisse und Tendenzen bietet, sondern spezielle esoterische Rituale kennt, die uns helfen, die Planeteneinflüsse zum Guten hin zu verändern. Die Planeten gelten in der hinduistischen Tradition nicht nur als unbelebte Materieklumpen, die blind und wild durch´s All rasen, sondern als Wesenheiten mit bestimmten Charaktereigenschaften.

Da ist die Surya, die Sonne, Herrscher über die anderen Planeten unseres Sonnensystems, Willenskraft und Ruhm schenkend; Chandra, der mütterliche, Emotionen vermittelnde Mond; Mangala, der kriegerische Mars und Lehrer der okkulten Wissenschaften; Shukra, die künstlerische, sinnliche Venus; Buddha, der freundliche, eloquente Merkur und Gott aller Händler; Shani, der strenge Lehrmeister und Karmaherrscher Saturn; und Brihaspati, Jupiter, der große weise Lehrer und Guru. Außerdem kennt man im Jyotish noch die nicht-körperlichen Schattenplaneten Rahu und Ketu, den nördlichen und den südlichen Mondknoten. Beide haben subtilen, jedoch großen und oft verwirrenden Einfluss auf die Menschen. Rahu drängt uns in die materielle Welt und hin zu weltlichem Erfolg, Ketu dagegen zur Entsagung.

Wenn es hart zugeht in unserem Leben und das Karma uns beschwert, ist es sicher eine gute Idee, sich den Planeten (wieder) zuzuwenden, sie zu besänftigen und zu ehren, um neue Freundschaft mit ihnen zu schließen. Wie durch die Hinwendung zu einem Menschen auch können wir dadurch eine Klärung erreichen. Ein zu schwaches Band kann gefestigt und neu belebt werden, und sogar eine schädliche, vergiftete Beziehung kann sich ändern - von Feindseligkeit zu Freundschaft.

Um die Planetenwesen zu ehren können wir ihre jeweiligen Mantren rezitieren. Diese Praxis ist immer hilfreich, denn sie wirkt bei geschwächten Planeten stärkend und bei aggressiven transformierend; man braucht also keine Bedenken zu haben, ein mögliches Ungleichgewicht noch zu vergrößern.

Wer genau weiß, von welcher (Planeten-)Seite her der Schuh des Lebens drückt, d.h., wer schon einmal eine astrologische Analyse hat machen lassen, kann das Mantra des jeweiligen Planeten täglich rezitieren. Wer sich nicht weiter auskennt, kann die etwas langwierigere, aber dafür sehr gründliche Methode wählen, und den Herrscher des jeweiligen Wochentages mit seinem Mantra versöhnen – und damit sehr effektiv an seinen karmischen Lasten arbeiten. Sieben Wochentage, sieben zugeordnete Planeten, plus am Samstag Abend Zeit für Rahu und am Dienstag Abend Zeit für Ketu. Auf diese Weise wird eine völlig neue Ausrichtung und Klärung unsere Planetenbeziehungen erreicht – vorausgesetzt, wir beweisen eine gewisse Disziplin bei dieser Praxis.

Und wie geht’s jetzt hier an dieser Stelle, diesem Blog, weiter?
Ich werde täglich einen kleinen Artikel mit dem jeweiligen Planetenmantra verfassen, morgen geht’s los mit Surya, dem Sonnengott.


Den Segen der Sterne wünscht

Mirabai



P.S.:
  • Für allgemeines zur Mantra-Praxis verweise ich auf meinen vorherigen Artikel von heute.
  • Mehr zum Thema steht auch bei den drei Kapiteln zum Thema Karma von 16., 18. und 21.01.2013.
  • Einen ersten Astrologie-Artikel habe ich am 02.01.2013 verfasst.
  • Interessant für alle Beladenen und Belasteten sind sicher auch die Artikel zu Pradosham, der letzte vom 07.03.2013.

P.P.S.: Ich bin keine Astrologie-Fachfrau, aber wunderbare Analysen der westlichen Astrologie macht Christa Heidecke aus Kiel.
Für vedische Horoskope und inklusive Korrekturen empfehle ich Friedrich Asen aus Österreich.
(Beide sind übrigens weder mit mir verwandt, noch verschwägert, auch bekomme ich keinerlei Fangprämien für Kundenvermittlung! Ich gebe nur meine Meinung und Erfahrung wieder.)


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