Sonntag, 10. März 2013

Aktuelles - Wasser ist kein Menschenrecht? Bundesregierung stimmt mehrheitlich FÜR die Privatisierung der Wasserversorgung

Der Zugang zu sauberem Wasser ist laut einer UN-Resolution ein Menschenrecht. Ohne Wasser kein Leben; Wasser ist die Grundlage jeden Lebens.
Umgekehrt gilt natürlich, dass derjenige, der sprichwörtlich an der (Wasser-)Quelle sitzt, über enormes Erpressungspotential verfügt. Und damit über den Goldesel schlechthin verfügt.

Während also ganz global gesehen die Fahnen der Humanität fotogen hochgehalten werden, legt uns unsere Bundesregierung per Abstimmung ein hübsches Ei ins Nest, quasi als vorösterliches Geschenk. Wasser doch als handelbare Resource für die Hände profitorienterter Konzerne?

Der Antrag der Bundestagsfraktion DIE LINKE „Wasser ist Menschenrecht – Privatisierung verhindern“ wurde von unserer Bundesregierung jetzt mehrheitlich abgelehnt.
Egal, was man also heuchelt, von wegen Bürgerfreundlichkeit und sozialer Gesinnung – die Fakten sprechen ein anderes Bild, nachzulesen über die website des Bundestags hier:
http://www.bundestag.de/bundestag/plenum/abstimmung/grafik/index.jsp?id=213&url=/na/na/fraktion.form&controller=fraktion

Zusammengefasst: CDU / CSU – Abgeordnete finden es bis auf eine Gegenstimme und zwei Enthaltungen völlig in Ordnung, die Versorgung der Bürger mit dem lebensnotwendigsten Gut überhaupt in die Hände gewinnorientiert arbeitender Unternehmen zu legen. Selbst wenn uns in der Vergangenheit nicht schon des öfteren gezeigt worden wäre, was Privatisierung ganz eigentlich bedeutet, nämlich drastisch steigende Kosten bei immer schlechterer Versorgungsqualität und gleichzeitiger Abwälzung von Investitionsaufwand auf die Steuerzahler. Spätestens beim Thema Wasserrechte müssten doch alle Alarmglocken klingen und gesundes Misstrauen angesagt sein.
Wenn nicht – cui bono?

Die Fraktion der FDP schließt sich mit mit zwei Gegenstimmen der Richtungsvorgabe des großen Koalitionspartners an. Steigbügelhalter par excellence!

Spannend wird’s beim Abstimmungsverhalten der SPD. Die enthalten sich nämlich mehrheitlich, bis auf einen hardliner (m/w), der/die doch für die Privatisierung gestimmt hat. Sorry, liebe SPD, was ist denn das? Keine Meinung dazu? Wie kann das sein, bei einem Thema, das jeder Vorschüler überschauen kann? Mein Tipp wäre, dass man für den Fall eines bürgerlichen Entrüstungssturmes die Weste reinhalten will, bei gleichzeitiger kratzfüßiger Konzernfreundlichkeit. Sollen sich doch die anderen in den Empörungsregen stellen!
Purer Opportunismus also von Seiten dieser Partei.

Hoffnungsschimmer am Bundestagshorizont: Die Grünen und die Linke, welche vollzählig gegen diese Zumutung waren. Leider aber in der Minderheit!

Gerade vor dem Hintergrund der Tatsache, dass derzeit EU-weit eine sehr erfolgreiche Unterschriftenaktion läuft, wo zahlreiche Bürger sich gegen Privatisierungsvorhaben bei der Wasserversorgung solidarisieren, muss ich mich als Bürgerin fragen, was da in Berlin bei unserer Regierung los ist. Hallo?? Schuss nicht gehört?

Ich kann nur noch zu dem Schluss kommen, dass unseren sogenannten Volksvertretern jede Bodenhaftung abhanden gekommen ist. Man verhöhnt ganz offensichtlich das Volk und tritt den Willen und die Bedürfnisse des Souveräns mit Füssen. Nirgendwo wird das klarer als bei diesem Abstimmungsergebnis, das ein Menschenrecht zur Disposition stellt.

Hand in Hand mit dieser schamlosen Vorgehensweise der Regierung gehen die Medien. Oder haben sie bei „Zeit“, „Welt“, „Spiegel“ und Konsorten einen kritischen Artikel zum Thema gelesen? Nein?? Hat der Blätterwald mal wieder beredt geschwiegen? Dafür aber Hofberichterstattung mit Kaffeekränzchenduft und Hysterie wegen Nordkorea?
Ah ja, dann machen wir Bürger wohl alle mit großen Augen dieselben Erfahrungen.

Mittlerweile kann ich bei bürgerfeindlichen Entscheidungen oder propagandistischer Berichterstattung auch nicht mehr an die oft beschriebene gutgläubige Ahnungslosigkeit von Medien- oder Politikseite glauben. Gerade das Thema der Wasserversorgung ist so einfach zu begreifen, dass das Abstimmungsergebnis nicht mit fachlicher Überforderung erklärt werden kann. Und das Schweigen der Medien hierzu schon gar nicht. Insofern fällt mir die Unschuldsvermutung schwer. Ich glaube inzwischen, all diese Leute haben sehr wohl eine Agenda. Es ist eben nur nicht die der Bürger.

Wer also die Petition gegen die Privatisierung der Wasserversorgung noch nicht unterschrieben hat, den verweise ich hiermit nochmals auf die Seite

right2water.eu

Es ist so sehr wichtig, in dieser Sache ein Zeichen zu setzen! Bitte macht alle mit!

Wer sich weiter über die Hintergründe dieser Aktion und über die möglichen Folgen einer Verscherbelung öffentlichen Gutes informieren möchte, den verweise ich auf meinen Beitrag vom 11.01.2013: „Aktuelles – die Gefahren im Zuge der Privatisierung der Wasserversorgung“ hier auf diesem Blog. Es sind interessante youTube-Videos zum Thema verlinkt.
Ein weiterer sehr guter Beitrag zum Thema ist auch hier zu finden:


Mit der herzlichen Bitte um Weiterverbreitung,
Einen schönen Sonntag wünscht

Mirabai


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