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Dienstag, 6. August 2013

Banken verleihen Geld, das sie nicht haben

Wissen wir. Wer sich jemals mit dem Prozess der Geldschöpfung beschäftigt hat, und das Netz ist voll damit von Infos hierzu, kennt diese Bilanzverlängerung. Geld wird von Geschäftsbanken geschöpft in dem Moment, wo jemand einen Kredit aufnimmt, d.h., es erscheint durch einen simplen, elektronischen Buchungssatz, der ein paar Sekunden dauert, auf dem Konto des Schuldners. Dieser Betrag muss nun plus Zinsen zurückgezahlt werden. Geht hierbei etwas schief, zieht die Bank die Sicherheiten ein. UND: Die Zinsen schöpft die Bank im Prozess der Kreditvergabe nicht mit, d.h., die Zinsen müssen jemand anders weggenommen werden. Analog geht das mit den Staatsschulden, die entstehen, wenn Anleihen ausgegeben werden. Wer sich informieren möchte: Dirk Müller, nur zum Beispiel. Oder Andreas Popp von der Wissensmanufaktur. Oder der Goldschmied Fabian...

Dieser Prozess der Geldschöpfung ohne Zinsbetrag ist auch der Grund dafür, dass Geld immer knapp ist. Es wird zwar in rauhen Mengen geschöpft, aber der Betrag für die Zinsen fehlt immer. Deshalb werden wir auch permanent angelogen, wenn unsere Politiker immer erzählen, die Staatsschulden müssten abbezahlt werden. Käse, sowas. Wenn alle Schuld zurückgezahlt wäre, gäbe es kein Geld mehr – vereinfacht gesagt. Denn Geld entsteht bei der Aufnahme von Schulden – keine Schulden, kein Geld. Aber selbst wenn alles vorhandene Geld zum Schuldendienst verwendet würde – es würden immer noch Schulden übrig bleiben! Nämlich wegen des Zinsbetrages, für den ja kein Geld entstanden ist. Kapiert, die Sauerei?

Die Bank verleiht also kein Geld, das sie hat, nein, sie erfindet es und lässt sich den Kreditbetrag mit dem Entgelt für reale wertschöpfende Arbeit zurück zahlen. Plus lässt sie gegebenenfalls noch die Sicherheiten einziehen. Henry Ford sagte hierzu: „Es ist gut, dass die Bürger der Nation nicht unser Banken- und Geldsystem verstehen, denn wenn sie es würden, glaube ich, gäbe es eine Revolution vor morgen früh.“ Naja, Henry Ford kannte offenbar nicht die Leidensfähigkeit der Deutschen... ;o)

In etlichen Ländern aber, nämlich dort, wo der Schuldenschuh schon drastisch drückt, beschäftigen sich die Menschen mit diesen dubiosen Dingen und fangen an, Fragen zu stellen und den Banken den Finger zu zeigen. Hier eine Seite, die sich mit der Abwehr der Bankenforderungen beschäftigt, auf Englisch und auch entsprechend der angelsächsischen Gegebenheiten, mit Formbriefen und allem, um Bankforderungen wirksam entgegen zu treten, etc.:

Ich finde einfach spannend, was da abgeht... Was das alles für Kreise zieht, und wie ungehorsam die Bürger schon sind... Kein Wunder, wenn da einige ins Schwitzen kommen und die Überwachungsstufe anheben müssen...

Übrigens, auch ein deutscher Anwalt hat sich an dieser Frage der Rechtmäßigkeit des Kreditvergabesystems festgebissen: Er heißt Hans Scharpf, kommt aus Frankfurt und ich habe zuerst von ihm bei Störsender gehört:
Hier seine Seite „Geldhahn zu“: http://www.geldhahn-zu.de/

Besser als jedes Kinoprogramm, diese Zeit! Prost, folks!
Mirabai

Freitag, 21. Juni 2013

Verraten und verkauft...

...ist der Steuerzahler, jetzt, in der Zukunft und neuerdings auch rückwirkend für die Vergangenheit.

Man fragt sich, wo es sowas gibt?
Na, in Michelland, wo der Finanzminister kalt grinsend einen weiteren Vorstoß macht, das Land in Europa aufgehen zu lassen.

Hat er uns Wahldeppen gefragt, ob wir das so wollen? Nö, ist ihm egal. Seinen Kumpels in Brüssel und in den Bankzentralen auch.

Hat irgend einer mal geguckt, ob das alles rechtens ist? Nö, auch das ist nicht wichtig. Hauptsache, der Rubel rollt weiter im Casino.

Und Stelzner denkt allen Ernstes, Schäuble ist über´n Tisch gezogen worden... Hahaaaa! Da bin ich schon weiter. Der Mann weiß, was er tut! http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/bankenunion-rettungspolitik-a-la-tina-12239364.html

Das neueste gesetzliche Unding also nach bail-out, bail-in, ESM erst mit Deckel und künftig aber wohl ohne, dafür gehebelt: Die rückwirkende Bankenkapitalisierung. Natürlich wird alles streng geprüft blabla, ob alle Voraussetzungen vorliegen! Nur in Einzelfällen geht das sauer verdiente Geld des Steuerzahlers für die Zockereien der Vergangenheit über den Jordan.

Ja, alles klar, ich kann nur leider das Gewäsch nicht mehr hören. Ich kann diese elende, täglich schlimmer werdende soap opera nicht mehr sehen, die uns blöden malochenden Deppen vorgespielt wird. Diese Darsteller, diese Gestalten, Anzugträger ohne Gewissen und Ahnung, dafür fließend verschwurbeltes Neusprech absondernd, begabte Worthülsen-Zauberer aber ansonsten ohne gesunden Menschenverstand und auch ohne jeden Skrupel, mit Sorgenfalten auf der Stirn, von Termin zu Termin hetzend, immer in Sorge „um Europa! Denn scheitert der Euro!!!“
...dann scheitert dieses elende Bürokratennest in Brüssel. Jawoll, und es ist nicht schade drum.

Es widert mich derartig an, diese miese show mit bekanntem Ausgang, dafür aber immer neuen Wendungen und Schockmomenten für den ermüdeten Zuschauer und dummdusseligen Zahler... ich kann es kaum sagen.

Machen wir´s doch, wie es Ken Jebsen bei seiner Wutrede auf dem march against Monsanto vorgeschlagen hat – alle bleiben einfach mal vier Wochen lang daheim und treten eben nicht mehr das Hamsterrad. Statt dessen tun wir, was schön ist: Sich der Familie, den Freunden und Hobbies widmen, den Verblödungsfunk aus lassen und das Leben genießen. Wir bräuchten nicht mal demonstrieren, und hätten aber in kürzester Zeit eine andere Welt... Es wär so schön.

Macht euren Scheiß doch alleine, ihr Bürokraten, Politiker, Banker, Manager.

Mirabai ist müde.

Freitag, 14. Juni 2013

Bundestag überträgt die Bankenaufsicht an die EZB

Danke, Bundestag.
Gestern Nacht wurde mal wieder fröhlich lächelnd und begleitet von Europa-Ideologie-Sprechblasen Geld deutscher Bürger aus der Hand gegeben. Selbst wenn es nicht gleich morgen ausgegeben wird, braucht es wohl nicht viel Geduld bis es denn passiert, denn weitgehend unbeachtet von unserer Qualitätspresse-Landschaft hat der Bundestag gestern dafür gestimmt, die Bankenaufsicht an die EZB zu übergeben.
Na, genau! Der Bock macht den Gärtner, und der Hund passt auf die Wurst auf.

Frank Schäffler, FDP-Mitglied (wie er in diesen Clan reingerutscht ist... Das kann wohl nur ´ne Jugendsünde gewesen sein....), hat mal wieder als einer der wenigen Mut gezeigt und Klartext geredet. Gedankt haben ihm seine werten Kollegen dies mit eisiger Stille, bestenfalls Protestrufen während seiner Rede.

Deshalb hat er wenigstens von mir eine Dankes-mail über die Kontaktfunktion seines Internetauftrittes bekommen. Wenn wir die Abnicker schon nicht stoppen können, können wir wenigstens den Lichtblicken unsere Zustimmung signalisieren!
Schäfflers website: http://www.frank-schaeffler.de/


„Sehr geehrter Herr Schäffler,
Es ist mir ein Bedürfnis, Ihnen meinen Dank auszusprechen. Sie gehören zu den wenigen Bundestagsmitgliedern, die zum einen sehr fachkompetent und zum anderen ehrlich und kritisch sind und sich ihrem Gewissen verpflichtet fühlen. Danke dafür, dass Sie immer wieder mutig die Wahrheit aussprechen und damit so vielen besorgten, aber übergangenen und ungehörten Bürgern eine Stimme geben. Wieder geschehen ist dies bei der gestrigen Abstimmung im Bundestag bei der Übertragung der Bankenaufsicht an die EZB. Im Gegensatz zu ihren mobbenden, abnickenden Kollegen, welche streng ihren Parteivorgaben folgen sehe ich Sie als ein Lichtblick im politischen Leben Deutschlands.
Übrigens: Ihre Partei würde ich NIE, wirklich niemals wählen, Sie jedoch jederzeit.

Nochmals herzlichen Dank und viele Grüße,
XXXX“


Einen schönen, sonnigen Tag wünscht
Mirabai

Mittwoch, 12. Juni 2013

„Gott schütze uns vor Eis und Wind und Reden, die vom Jockel (Gauck) sind“

Ich lach mich weg, Urban Priol spricht auf der Blockupy-Demo in Frankfurt, der „kriminellsten Stadt Deutschlands“ (Warum das so ist? Na,wegen dem Bankenzentrum!).

Einen sonnigen Tag wünscht
Mirabai

Freitag, 31. Mai 2013

Blockupy und Solidarität

Diese Tage werden Demonstranten und Aktivisten aus ganz Europa in Frankfurt erwartet. Die Veranstalter sprachen von bis zu 20.000 Teilnehmern, die vor der EZB und am Flughafen ihre Meinung zu Bankenfilz, Umverteilung von fleißig / unten nach reich, Demokratiedefizit und Abschiebepraxis kundtun möchten.

Im Vorfeld schon hat die deutsche Polizei mit martialischem Gebaren brilliert. Ausschreitungen, Gewalt werde erwartet! Autonome und Aktivisten!!
Die Berichterstattung in den Medien, abgerundet durch einschüchternde Fotos von gepanzerten Fahrzeugen und Polizisten in voller Kampfmontur signalisierte dem letzten vielleicht doch ein wenig sympathisierenden Michel in unzweideutiger Dominanz: Bleib daheim, halt die Klappe, halt Dich raus. Oder sollte diese ganze Machtdemonstration, das ganze Mediengekreische etwa doch nur wegen bis zu 20.000 zu erwartender Leutchen stattfinden, wo doch jedes größere Bundesligaspiel mehr Fans anzieht, und die erfahrungsgemäß auch nicht immer durch gepflegte Höflichkeit und Alkoholabstinenz auffallen....??

Wie auch immer sich die bürgerfinanzierte Staatsmacht zusammen mit den ihr ergebenen Propagandaorganen aufführt, wenn an ihren schimmligen Grundfesten gerührt wird oder ihre Schoßhündchen in Bedrängnis geraten ist das eine. Es ist im Grunde das erwartbare.
Das andere jedoch, das, was mich wirklich erschüttert, sind die Reaktionen vieler Mitbürger auf die Blockupy-Aktion, nachzulesen in den Foren der großen online-Tageszeitungen. Da wird vom Leder gezogen was das Zeug hält, da steht der Schaum vor´m Munde der Kommentarschreiber, und Unterstellungen, Verunglimpfungen, regelrechte Hassreden auf die Demonstranten werden abgefeuert.
Der Tenor: Die faulen Hartzer werden rangekarrt um Krach zu machen! Immer dieselben!! Haben nix besseres zu tun als Krawall zu machen! Halten anständige Bürger von der Arbeit ab! Sollen auch was vernünftiges tun und sich mal ein Beispiel nehmen an den anständigen Bürgern! Demokratie kann doch nicht bedeuten dass ich gehindert werde, rechtzeitig in die Firma zu kommen! Sollen diese Asozialen dort demonstrieren wo sie mich nicht stören! Oder am besten gar nicht!
Und, als Krönung von allem, wird nach der Polizei / dem Militär / nach sonstwem gerufen um mal ordentlich durchzugreifen, Ordnung zu schaffen und drakonische Strafen zu verhängen.

Mal ausgehend davon, dass die veröffentlichten Kommentare vielleicht genauso volkserzieherisch selektiert sind wie zu anderer Zeit unliebsame Kritik unterdrückt wird – aber dass es überhaupt Leute in diesem Lande gibt, die derartig respektlos über ihre Mitmenschen und deren Anliegen reden, macht mich betroffen. Wie kann das sein, dass Forderungen, die prinzipiell völlig berechtigt und keinesfalls zu beanstanden sind und die mit den erlaubten Mitteln eines demokratischen Staates allenfalls etwas lautstark vorgetragen werden derartig ablehnende Reaktionen ihrer Mitbürger hervorrufen? Wie kann es sein, dass demjenigen, der seine Meinung öffentlich vertritt, so viel Aggressivität entgegen gebracht wird? Wie kann es sein, dass die Toleranz einiger (hoffentlich nicht vieler!) schon dort aufhört, wo lediglich die eigene Bequemlichkeit betroffen ist – nämlich beim schnellen Weg zur Arbeit?

Oder anders formuliert: Wie kann es sein, dass wir als Mitglieder einer Gesellschaft, eines Landes uns so leicht gegeneinander aufbringen lassen? Wie gut staatserzogen ist jemand, der Demonstranten für urbürgerliche Rechte derart abwertend beschimpft und nach Polizei und drastischen Strafen kreischt? Wer ist denn da die Gefahr für Demokratie? Der Demonstrant mit den Straßensperren, oder doch der ergebene deutsche Untertan?

Sehen wir nicht, dass solches Verhalten, nämlich das Fehlen jedes Verständnisses und jeglicher bürgerlicher Solidarität nur die als Gewinner kennt, die unsere Solidarität überhaupt nicht verdient haben? Sehen wir nicht, wie sich Banken- und Konzernmacht in unheiligem Verbund mit der Politik die Hände reiben wenn wir uns gegenseitig zerfleischen, statt mal den Fokus auf die richtige Stelle, nämlich auf die Drehbuchschreiber dieser gesellschaftlichen Misere zu richten? Und zwar gemeinschaftlich?
Rennen wir wirklich kritiklos und ergeben mehr als die Hälfte des Jahres für einen gängelnden Staat und ausufernde Steuervergeudung im Hamsterrad, kriegen aber das Geifern, wenn nach Gerechtigkeit rufende Mitmenschen uns auf dem Weg in die Tretmühle ausbremsen? Sind wir etwa schon süchtig nach dieser Ausbeutung, erlegen wir sie uns schon selber auf, stimmen wir schon gehorsam von selber das Lied der neoliberalen Menschenfeindlichkeit an?
Oder glauben einige der gut erzogenen keifenden Bravbürger wirklich, dass sie am Ende schlauer sind als das System wenn sie nur alle anderen aus dem Weg kegeln und noch viel schneller rennen, um irgendwann als Sieger aus welchem Spiel auch immer hervorzugehen??

Leute, bitte: Denkt nach. Schaut mal „den anderen“ an, wer auch immer das sein mag, der Nachbar, der Kollege, sonst wer. Wir sitzen in einem Boot, wir spielen in einem Team, und der Schädling ist nicht der Hartzer, ist nicht der Demonstrant und ist auch nicht der, dessen Kraft nicht reicht, das Hamsterrad in olympischer Geschwindigkeit zu treten. Nehmt euch mal Zeit und denkt nach, denkt selber.
Finden wir wieder zu einer Gesellschaft zusammen und treten wir gemeinsam dafür ein, das WIR wieder in den Mittelpunkt zu stellen.
Oder um es mal mit Erwin Pelzig zu sagen: Wenn die Kanzlerin immer über eine marktkonforme Demokratie redet und diese fordert, möchte ich immer fragen, ob ihr vielleicht auch mal die Idee eines demokratiekonformen Marktes gekommen ist...?

Viele Grüße an alle, und für eine neue menschlichere Gesellschaft!
Sat Nam,

Mirabai