Christoph
Hörstel, Publizist, Unternehmens- und Regierungsberater, hat sich
der Mammutaufgabe gestellt, eine neue Partei ins Leben zu rufen.
Während
die etablierten Parteien dem Wahlvolk einen erbitterten Kampf um
scheinbar weltbewegende Details vorspielen, kratzt sich der Bürger
am Kopf und fragt sich, welchem der frisch rasierten und frisierten
Kandidaten er denn nun im September seine Stimme geben soll. Dem
kleineren Übel? Dem bekannten Feind? Könnte man zu dieser Frage
vielleicht eine Münze werfen? Oder viele??
Jedem,
der sich mit dem politischen Leben in unserem Land beschäftigt, kann
es nicht verborgen bleiben, dass uns im Grunde nur ein Einheitsblock
an Parteien zu Wahl steht. Verschiedenes Etikett, fast gleicher fader
Inhalt. Und was nicht gleich ist, wird spätestens nach der Wahl beim
Aushandeln des Koalitionsvertrages oder beim Blick in die
Staatskassen platt gemacht. Nach dem Motto der Regierenden: Was
kümmert mich mein Geschwätz von gestern?
Ich
frage mich ganz grundsätzlich, wo die Demokratie in unserem Land
geblieben ist, wenn sich die Parteipositionen nur durch
Haarspaltereien unterscheiden. Ist es dann überhaupt noch
gerechtfertigt, von Demokratie in eigentlichem Sinne zu sprechen?
Kein Wunder, dass sich die Bürger ermüdet und genervt von der
politischen Teilhabe im Lande verabschieden und statt das Wahllokal
aufzusuchen lieber bei einer Tasse Kaffee die müden Füße
hochlegen. Am anderen Morgen muss schließlich wieder das
Bruttosozialprodukt gesteigert werden.
Eine
einzige Abwechslung im Einheitsbrei verspricht bis dato die neu
gegründete AfD. Auch wenn die Meinungsumfragen des Staatsfernsehens
nur marginale Zustimmungswerte sehen, ist es dennoch unübersehbar,
dass die etablierten Parteien mit ihren Mitgliedern Streßpusteln
bekommen. Oder wie anders erklärt sich der Empörungsschwall, der
über dieser doch angeblich so unbedeutenden Gruppe Verwirrter
ausgegossen wird? Sieht man an den Fleischtöpfen vielleicht doch
einen Sturm aufziehen, muss man Sorge um das gut dotierte Pöstchen
haben, um die Hofierung der Medien, oder, und das ganz besonders, um
die Deutungshoheit über Gesellschaft und Politik in diesem Lande?
Da
hilft es doch sehr, das übliche Totschlagsargument aufzufahren: Die AfD wird
„rechts“ verortet, wie nicht anders zu erwarten war, wenn der
Mantel des Schweigens zu klein geworden ist.
Und damit ist dann doch hoffentlich alles gesagt, oder??
Und damit ist dann doch hoffentlich alles gesagt, oder??
Jede
neue Gruppierung soll ihre Chance haben, und so wünsche ich auch der
AfD alles Gute. Ist es doch heutzutage schon verdienstvoll, neue
Denkansätze und Verhandlungspositionen in die politische Debatte
gebracht zu haben und das alternativlose Festhalten an Dogmen wie
Euro-Einheitswährung und Zuwanderungsfrage aufgebrochen zu haben.
Was
mir allerdings zu denken gibt: Diese Partei ist und bleibt eine
Partei, und das gilt mit allen Vor- und Nachteilen. Oder um Einstein
zu zitieren: „Probleme kann man niemals mit derselben
Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ Wir Wähler haben
mittlerweile allen möglichen Parteien das Ruder überlassen, alle
Arten von Koalitionen durch, und müssen feststellen: Es ändert sich
nichts. Liegt es an den „Sachzwängen“, dass uns egal von welcher
Seite immer derselbe Schlamassel blüht? An fähigen Lobbyisten und
ihrem Einfluss? An der „Kanzlerakte“??
Oder müssen wir einfach
endlich einsehen, dass das Parteiensystem früher oder später immer
eine ureigene immanente Dynamik entfaltet, die dem Volke einfach
nicht dienlich ist und es auch nie sein wird?
Das würde bedeuten, dass
Einstein hier richtig liegt: Eine Problemlösung kann es innerhalb
eines schädlichen Systems nicht geben. Es ist hingegen zwingend
erforderlich, heraus zu treten und völlig neu zu denken.
An diesem Punkt setzt
Christoph Hörstel mit seiner Partei an, die allerdings viel weniger
Partei sein will und eher an die Graswurzelbewegung Beppe Grillos in
Italien erinnert. Wer die Standpunkte dieser Gruppierung noch nicht
kennt, dem sei wirklich empfohlen, sich selber zu informieren statt
auf das Geschrei der Mainstream-Medien zu hören, denn reine Vernunft
und Menschlichkeit bestimmen dieses Programm bis hin zu der Idee,
dass die Tätigkeit eines Politikers dienenden Charakter haben soll.
Kein Wunder nun, dass bei
solch grundsätzlicher Infragestellung des politischen Systems den
etablierten Machthabern wirklich Schweißperlen auf die Stirne
treten: Im Falle von Neuwahlen in Italien soll nun in Gesetzesform
zementiertes Unrecht dafür sorgen, dass die Movimento 5 Stelle,
wohlgemerkt die stärkste politische Einzelpartei der letzten Wahl,
nicht mehr antreten darf. Demokratie pervers??
Hörstels Partei „Neue
Mitte“ tritt an mit dem Slogan „Gerechter Friede – Sozialer
Fortschritt“ und möchte ethische Politik mit Augenmaß und
Vernunft betreiben.
- Die Politik soll fragen: Was ist gut für alle, für Mensch und Natur, für Deutschland, für Europa, für die Welt.
- Regieren heißt dienen, nicht herrschen!
- Wahlprogramm = Parteiprogramm = Regierungsprogramm
- Keine faulen Kompromisse im Rahmen eines Koalitionsvertrages!
Dem allen kann ich mich
vollumfänglich anschließen, das wäre doch mal was! Vor allem, was
völlig anderes als ein weiterer Aufguss eines Systems, dass zu oft
gezeigt hat, dass es nicht funktioniert.
Zudem achte ich Herrn
Hörstel persönlich für seine unabhängigen Standpunkte, wie nur
beispielsweise in der Syrienfrage. Während das Geeiere unserer
Volksvertreter hier einfach unsäglich ist und dazu führt, dass ein
souveränes Land im Bürgerkrieg versinkt und brutale Söldner und
Mordbuben mit steuerfinanzierten Waffenlieferungen unterstützt
werden sollen, zeigt Hörstel klare Kante und lässt sich nicht für
geostrategische Interessen instrumentalisieren:
Danke, Herr Hörstel, für
mutige Ehrlichkeit!
Wer sich informieren möchte,
der kann hier nachlesen, die Seite ist noch im Aufbau, soll aber
demnächst fertig gestellt sein: http://www.neue-mitte.net/
Meine Aufmerksamkeit ist
dieser Gruppe sicher!
Schönen Sonntag wünscht
Mirabai
Quelle zu Beppe Grillo:
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen