Sonntag, 26. Mai 2013

Parteigründung „Neue Mitte“

Christoph Hörstel, Publizist, Unternehmens- und Regierungsberater, hat sich der Mammutaufgabe gestellt, eine neue Partei ins Leben zu rufen.

Während die etablierten Parteien dem Wahlvolk einen erbitterten Kampf um scheinbar weltbewegende Details vorspielen, kratzt sich der Bürger am Kopf und fragt sich, welchem der frisch rasierten und frisierten Kandidaten er denn nun im September seine Stimme geben soll. Dem kleineren Übel? Dem bekannten Feind? Könnte man zu dieser Frage vielleicht eine Münze werfen? Oder viele??

Jedem, der sich mit dem politischen Leben in unserem Land beschäftigt, kann es nicht verborgen bleiben, dass uns im Grunde nur ein Einheitsblock an Parteien zu Wahl steht. Verschiedenes Etikett, fast gleicher fader Inhalt. Und was nicht gleich ist, wird spätestens nach der Wahl beim Aushandeln des Koalitionsvertrages oder beim Blick in die Staatskassen platt gemacht. Nach dem Motto der Regierenden: Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?

Ich frage mich ganz grundsätzlich, wo die Demokratie in unserem Land geblieben ist, wenn sich die Parteipositionen nur durch Haarspaltereien unterscheiden. Ist es dann überhaupt noch gerechtfertigt, von Demokratie in eigentlichem Sinne zu sprechen? Kein Wunder, dass sich die Bürger ermüdet und genervt von der politischen Teilhabe im Lande verabschieden und statt das Wahllokal aufzusuchen lieber bei einer Tasse Kaffee die müden Füße hochlegen. Am anderen Morgen muss schließlich wieder das Bruttosozialprodukt gesteigert werden.

Eine einzige Abwechslung im Einheitsbrei verspricht bis dato die neu gegründete AfD. Auch wenn die Meinungsumfragen des Staatsfernsehens nur marginale Zustimmungswerte sehen, ist es dennoch unübersehbar, dass die etablierten Parteien mit ihren Mitgliedern Streßpusteln bekommen. Oder wie anders erklärt sich der Empörungsschwall, der über dieser doch angeblich so unbedeutenden Gruppe Verwirrter ausgegossen wird? Sieht man an den Fleischtöpfen vielleicht doch einen Sturm aufziehen, muss man Sorge um das gut dotierte Pöstchen haben, um die Hofierung der Medien, oder, und das ganz besonders, um die Deutungshoheit über Gesellschaft und Politik in diesem Lande?
Da hilft es doch sehr, das übliche Totschlagsargument aufzufahren: Die AfD wird „rechts“ verortet, wie nicht anders zu erwarten war, wenn der Mantel des Schweigens zu klein geworden ist. 
Und damit ist dann doch hoffentlich alles gesagt, oder??

Jede neue Gruppierung soll ihre Chance haben, und so wünsche ich auch der AfD alles Gute. Ist es doch heutzutage schon verdienstvoll, neue Denkansätze und Verhandlungspositionen in die politische Debatte gebracht zu haben und das alternativlose Festhalten an Dogmen wie Euro-Einheitswährung und Zuwanderungsfrage aufgebrochen zu haben.
Was mir allerdings zu denken gibt: Diese Partei ist und bleibt eine Partei, und das gilt mit allen Vor- und Nachteilen. Oder um Einstein zu zitieren: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ Wir Wähler haben mittlerweile allen möglichen Parteien das Ruder überlassen, alle Arten von Koalitionen durch, und müssen feststellen: Es ändert sich nichts. Liegt es an den „Sachzwängen“, dass uns egal von welcher Seite immer derselbe Schlamassel blüht? An fähigen Lobbyisten und ihrem Einfluss? An der „Kanzlerakte“??
Oder müssen wir einfach endlich einsehen, dass das Parteiensystem früher oder später immer eine ureigene immanente Dynamik entfaltet, die dem Volke einfach nicht dienlich ist und es auch nie sein wird?
Das würde bedeuten, dass Einstein hier richtig liegt: Eine Problemlösung kann es innerhalb eines schädlichen Systems nicht geben. Es ist hingegen zwingend erforderlich, heraus zu treten und völlig neu zu denken.

An diesem Punkt setzt Christoph Hörstel mit seiner Partei an, die allerdings viel weniger Partei sein will und eher an die Graswurzelbewegung Beppe Grillos in Italien erinnert. Wer die Standpunkte dieser Gruppierung noch nicht kennt, dem sei wirklich empfohlen, sich selber zu informieren statt auf das Geschrei der Mainstream-Medien zu hören, denn reine Vernunft und Menschlichkeit bestimmen dieses Programm bis hin zu der Idee, dass die Tätigkeit eines Politikers dienenden Charakter haben soll.
Kein Wunder nun, dass bei solch grundsätzlicher Infragestellung des politischen Systems den etablierten Machthabern wirklich Schweißperlen auf die Stirne treten: Im Falle von Neuwahlen in Italien soll nun in Gesetzesform zementiertes Unrecht dafür sorgen, dass die Movimento 5 Stelle, wohlgemerkt die stärkste politische Einzelpartei der letzten Wahl, nicht mehr antreten darf. Demokratie pervers??

Hörstels Partei „Neue Mitte“ tritt an mit dem Slogan „Gerechter Friede – Sozialer Fortschritt“ und möchte ethische Politik mit Augenmaß und Vernunft betreiben.
  • Die Politik soll fragen: Was ist gut für alle, für Mensch und Natur, für Deutschland, für Europa, für die Welt.
  • Regieren heißt dienen, nicht herrschen!
  • Wahlprogramm = Parteiprogramm = Regierungsprogramm
  • Keine faulen Kompromisse im Rahmen eines Koalitionsvertrages!

Dem allen kann ich mich vollumfänglich anschließen, das wäre doch mal was! Vor allem, was völlig anderes als ein weiterer Aufguss eines Systems, dass zu oft gezeigt hat, dass es nicht funktioniert.

Zudem achte ich Herrn Hörstel persönlich für seine unabhängigen Standpunkte, wie nur beispielsweise in der Syrienfrage. Während das Geeiere unserer Volksvertreter hier einfach unsäglich ist und dazu führt, dass ein souveränes Land im Bürgerkrieg versinkt und brutale Söldner und Mordbuben mit steuerfinanzierten Waffenlieferungen unterstützt werden sollen, zeigt Hörstel klare Kante und lässt sich nicht für geostrategische Interessen instrumentalisieren:
Danke, Herr Hörstel, für mutige Ehrlichkeit!

Wer sich informieren möchte, der kann hier nachlesen, die Seite ist noch im Aufbau, soll aber demnächst fertig gestellt sein: http://www.neue-mitte.net/
Meine Aufmerksamkeit ist dieser Gruppe sicher!

Schönen Sonntag wünscht
Mirabai


Quelle zu Beppe Grillo:

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