Man
muss kein Chemiker sein, um die Ladeliste des Frachtschiffes
„Atlantic Cartier“ mit ungläubigem Kopfschütteln zu lesen. Auf
der Atlantic Cartier brach am 1. Mai ein Feuer aus, während das
Schiff im Hamburger Hafen lag, übrigens in Sichtweite eines
evangelischen Kirchentages mit rund 35.000 Besuchern.
Geladen
hatte der Frachter folgendes Gefahrgut:
- 180 Tonnen Ethanol (reiner Alkohol, welcher bei unter 80° C anfängt zu sieden, bzw. bei höheren Temperaturen auch verpufft)
- 4 Tonnen Munition
- 9 Tonnen Uranhexafluorid (Uranhexafluorid ist radioaktiv, giftig und sublimiert bei 56 °C, d.h., es geht bei dieser Temperatur spontan vom festen in den gasförmigen Zustand über).
Ich
fasse also zusammen: Explosivstoffe werden in zusammen mit
Radioaktivmaterial und leicht entzündlichem Material über die Meere
geschippert?? Sozusagen die perfekten Bauteile nicht nur für eine
Umweltkatastrophe, sondern eine potentielle Gefahr für Leib und
Leben sehr vieler Menschen? Kann das die Wahrheit sein?
Die
Hamburger Feuerwehr (sicherlich zusammen mit Heerscharen von
Schutzengeln), die den mehrstündigen Kampf gegen die Flammen
glücklicherweise gewann und so ein unglaubliches Unglück verhindern
konnte, war wohl um die Gefährlichkeit der Ladung informiert. Umso
mehr bewundere ich den Mut dieser Männer, die sich praktisch neben
eine schmutzige Bombe mit brennender Lunte stellten und ihr Leben
riskierten, um Schlimmstes zu verhindern.
Wo
bleibt die Auszeichnung für diese Menschen, die die wirklichen
Helden des Alltags sind? Die Beachtung der Medien? Die Würdigung
durch Politiker aller Couleur?
Und
übrigens:
- Der Hamburger Senat informierte zunächst – natürlich NICHT.
- Es wurde schließlich aber mitgeteilt, dass keine Gefahr für Hafen und Menschen bestanden hatte. Na, sowas! Wieder einmal!
- Danke, EU, dass zwar Frachter mit den fragwürdigsten Gefahrgut-Mischungen offenbar unbehelligt durch die Gegend schippern dürfen, aber die wirklich wichtigen Dinge wie offene Olivenölkännchen in Restaurants glücklicherweise bald der Vergangenheit angehören werden! Puuuuh! Alle Achtung! Da bin ich aber froh!
Schöne
Pfingsten wünscht die Mirabai
Quellen:
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