Sonntag, 19. Mai 2013

1. Mai 2013: Hamburg schrammt knapp an einer Katastrophe vorbei; Brand auf einem Frachter mit radioaktivem Material, Explosivstoffen und Ethanol

Man muss kein Chemiker sein, um die Ladeliste des Frachtschiffes „Atlantic Cartier“ mit ungläubigem Kopfschütteln zu lesen. Auf der Atlantic Cartier brach am 1. Mai ein Feuer aus, während das Schiff im Hamburger Hafen lag, übrigens in Sichtweite eines evangelischen Kirchentages mit rund 35.000 Besuchern.

Geladen hatte der Frachter folgendes Gefahrgut:

  • 180 Tonnen Ethanol (reiner Alkohol, welcher bei unter 80° C anfängt zu sieden, bzw. bei höheren Temperaturen auch verpufft)
  • 4 Tonnen Munition
  • 9 Tonnen Uranhexafluorid (Uranhexafluorid ist radioaktiv, giftig und sublimiert bei 56 °C, d.h., es geht bei dieser Temperatur spontan vom festen in den gasförmigen Zustand über).

Ich fasse also zusammen: Explosivstoffe werden in zusammen mit Radioaktivmaterial und leicht entzündlichem Material über die Meere geschippert?? Sozusagen die perfekten Bauteile nicht nur für eine Umweltkatastrophe, sondern eine potentielle Gefahr für Leib und Leben sehr vieler Menschen? Kann das die Wahrheit sein?

Die Hamburger Feuerwehr (sicherlich zusammen mit Heerscharen von Schutzengeln), die den mehrstündigen Kampf gegen die Flammen glücklicherweise gewann und so ein unglaubliches Unglück verhindern konnte, war wohl um die Gefährlichkeit der Ladung informiert. Umso mehr bewundere ich den Mut dieser Männer, die sich praktisch neben eine schmutzige Bombe mit brennender Lunte stellten und ihr Leben riskierten, um Schlimmstes zu verhindern.
Wo bleibt die Auszeichnung für diese Menschen, die die wirklichen Helden des Alltags sind? Die Beachtung der Medien? Die Würdigung durch Politiker aller Couleur?

Und übrigens:
  • Der Hamburger Senat informierte zunächst – natürlich NICHT.
  • Es wurde schließlich aber mitgeteilt, dass keine Gefahr für Hafen und Menschen bestanden hatte. Na, sowas! Wieder einmal!
  • Danke, EU, dass zwar Frachter mit den fragwürdigsten Gefahrgut-Mischungen offenbar unbehelligt durch die Gegend schippern dürfen, aber die wirklich wichtigen Dinge wie offene Olivenölkännchen in Restaurants glücklicherweise bald der Vergangenheit angehören werden! Puuuuh! Alle Achtung! Da bin ich aber froh!

Schöne Pfingsten wünscht die Mirabai

Quellen:








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