Samstag, 11. Mai 2013

Die tragische Geschichte von Professor Devinder Pal Singh Bhullar

Wie auch deutsche Medien mittlerweile vermelden, allerdings mit einem etwas anderem Tenor der Berichterstattung, droht Devinder Pal Singh Bhullar akut die Vollstreckung der Todesstrafe in Indien.

Professor Bhullar, geboren 1965 im indischen Bundesstaat Punjab und der Religionsgemeinschaft der Sikh zugehörig, wurde von indischen Behörden als derjenige genannt, der bei einem Bombenattentat in Neu Delhi am 11. September 1993 (immer dieser Tag....) neun Menschen getötet haben soll.
Sicher ist, Professor Bhullar sprach sich gegen Ungerechtigkeiten und Unterdrückungen der Sikhs aus, die sich bis in die 90er Jahre hinein während der Unabhängigkeitsbestrebungen im Punjab zuhauf ereigneten, und insbesondere gegen das „Verschwinden“ von 40 seiner Studenten.
Sicher ist auch, dass er und Familienmitglieder mehrmals Opfer von Misshandlungen der örtlichen Polizei waren; sein Vater und sein Onkel kamen unter solch dubiosen Umständen letztlich zu Tode.

Auf seiner Flucht nach Kanada über Deutschland wurde Bhullar am Frankfurter Flughafen wegen gefälschter Papiere verhaftet. Er beantragte Asyl, welches auch nach Offenlegung seiner wahren Identität abgelehnt wurde, und wurde nach Indien abgeschoben. Diese Abschiebung hätte, wie 1997 vom Frankfurter Verwaltungsgericht festgestellt wurde, nie stattfinden dürfen, denn es geschah, was zu erwarten war: Professor Bhullar wurde den indischen Behörden übergeben und „gestand“ schließlich ohne Rechtsbeistand und nach seinen späteren Aussagen unter Folter und Todesandrohung die Beteiligung am Bombenattentat in Neu Delhi. Im August 2001 wurde er aufgrund dieser „Aussage“, obwohl später widerrufen und trotz keiner weiteren Beweise, zum Tode verurteilt.

Mittlerweile sitzt Prof. Bhullar seit 18 Jahren in Haft, und man mag sich gar nicht vorstellen, was das in Indien bedeutet. Ungeachtet aller Proteste wegen der zweifelhaften Urteilsfindung, trotz aller Gnadengesuche und des Engagements von Menschenrechtsorganisationen wurde kürzlich das Todesurteil in letzter Instanz bestätigt, ein Urteil welches nicht mehr angefochten werden kann.

Wer helfen möchte:
Hier ein link zu urgent actions von Amnesty International: http://ua.amnesty.ch/urgent-actions/2013/04/091-13
Bei dem Kontaktformular auf Premierminister Singhs Seite ist bei mir eine Fehlermeldung nach Versenden meines Gesuches aufgetreten. Möglicherweise liegt das an den Umlauten ä, ö, ü, die nicht erkannt werden, bitte beachten! 

Ich bete für Professor Davinder Pal Singh Bhullar.

Allerseits ein friedliches Wochenende,
Mirabai


Quellen:
Hier der erschütternde Brief Professor Singh Bhullars aus dem Gefängnis an deutsche Behörden, an das Kanzleramt: http://www.prisonerwelfare.com/images/Bhullar-1.jpg.pdf 
Facebook: https://www.facebook.com/professorbhullar









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