Wie
auch deutsche Medien mittlerweile vermelden, allerdings mit einem
etwas anderem Tenor der Berichterstattung, droht Devinder Pal Singh
Bhullar akut die Vollstreckung der Todesstrafe in Indien.
Professor Bhullar, geboren 1965 im indischen Bundesstaat Punjab und der
Religionsgemeinschaft der Sikh zugehörig, wurde von indischen
Behörden als derjenige genannt, der bei einem Bombenattentat in Neu
Delhi am 11. September 1993 (immer dieser Tag....) neun Menschen
getötet haben soll.
Sicher
ist, Professor Bhullar sprach sich gegen Ungerechtigkeiten und
Unterdrückungen der Sikhs aus, die sich bis in die 90er Jahre hinein
während der Unabhängigkeitsbestrebungen im Punjab zuhauf
ereigneten, und insbesondere gegen das „Verschwinden“ von 40
seiner Studenten.
Sicher
ist auch, dass er und Familienmitglieder mehrmals Opfer von
Misshandlungen der örtlichen Polizei waren; sein Vater und sein
Onkel kamen unter solch dubiosen Umständen letztlich zu Tode.
Auf
seiner Flucht nach Kanada über Deutschland wurde Bhullar am
Frankfurter Flughafen wegen gefälschter Papiere verhaftet. Er
beantragte Asyl, welches auch nach Offenlegung seiner wahren
Identität abgelehnt wurde, und wurde nach Indien abgeschoben. Diese
Abschiebung hätte, wie 1997 vom Frankfurter Verwaltungsgericht
festgestellt wurde, nie stattfinden dürfen, denn es geschah, was zu
erwarten war: Professor Bhullar wurde den indischen Behörden
übergeben und „gestand“ schließlich ohne Rechtsbeistand und
nach seinen späteren Aussagen unter Folter und Todesandrohung die
Beteiligung am Bombenattentat in Neu Delhi. Im August 2001 wurde er
aufgrund dieser „Aussage“, obwohl später widerrufen und trotz
keiner weiteren Beweise, zum Tode verurteilt.
Mittlerweile
sitzt Prof. Bhullar seit 18 Jahren in Haft, und man mag sich
gar nicht vorstellen, was das in Indien bedeutet. Ungeachtet aller
Proteste wegen der zweifelhaften Urteilsfindung, trotz aller
Gnadengesuche und des Engagements von Menschenrechtsorganisationen
wurde kürzlich das Todesurteil in letzter Instanz bestätigt, ein
Urteil welches nicht mehr angefochten werden kann.
Wer
helfen möchte:
Hier
ein link zu urgent actions von Amnesty International:
http://ua.amnesty.ch/urgent-actions/2013/04/091-13
Bei dem Kontaktformular auf Premierminister Singhs Seite ist bei mir eine Fehlermeldung nach Versenden meines Gesuches aufgetreten. Möglicherweise liegt das an den Umlauten ä, ö, ü, die nicht erkannt werden, bitte beachten!
Ich
bete für Professor Davinder Pal Singh Bhullar.
Allerseits
ein friedliches Wochenende,
Mirabai
Quellen: