Bela
Kovacs ist ein fraktionsloser EU-Abgeordneter aus Ungarn.
Fraktionslos deshalb, weil er sich nicht einer Parteiräson
unterwerfen möchte, sondern eben frei bleiben will und sich an
seinem besten Wissen und Gewissen orientieren will. Ehrbar, nicht?
Bela
Kovacs erzählt nun über die Zustände im Europaparlament in
Straßburg. Was auch immer wir uns bis jetzt darüber gedacht haben,
ich finde, Bela Kovacs´ Worte übertreffen jede diesbezügliche
Vermutung.
Zitat:
„Ich werde Ihnen ehrlich sagen: Die (üblichen) Kriterien für
einen Abgeordneten – Denkfähigkeit vorweisen, ein bestimmtes
Fachwissen besitzen, Interessen der Wähler vertreten – gelten im
EU-Parlament nichts. Ein EU-Abgeordneter zu ein ist vor allem sehr,
sehr lukrativ.“
Wer
schon immer einen derartigen Verdacht hegte, sieht sich jetzt
bestätigt. Intelligenz, Fachwissen, Integrität und Gewissen
scheinen überflüssiger Ballast zu sein, besser sind
Obrigkeitshörigkeit, Skrupellosigkeit und eine gepflegte
Absahnermentalität. Ein großes Ego, ein übersteigertes Selbstbild
und Ellbogen schaden sicher auch nicht weiter.
Denn
die wichtigste Aufgabe des EU-Parlamentariers ist, bei einer
Abstimmung alles richtig zu machen. „Alles richtig“ heißt nicht
etwas abstraktes wie im Sinne von Bürgern, Gemeinschaft oder Umwelt,
sondern entsprechend der Vorgaben von oben, bzw. in Übereinstimmung
mit einer sogenannten „Stimmliste“.
Bela
Kovac: „Also diese etwa 740 Abgeordneten sind in Wirklichkeit
nichts anderes als ein mechanischer Apparat oder eine Maschine, die
im Parlament beinahe automatisch abstimmt.
… Und
wenn er (ein Parlamentarier) nicht so abstimmt wie es ihm befohlen
wird – hören sie mir bitte jetzt aufmerksam zu - … müssen die
Parlamentarier Geldstrafen bezahlen. Und die EU-Abgeordneten lieben
das Geld“.
Noch
Fragen?
Bevor
jetzt aber bei den Lesern und Zuschauern wieder die reflexartigen
Wutausbrüche, Drohungen und die Hoffnung nach einem baldigen
Zusammenbruch der EU kommen möchte ich bitten, über ein andere
Strategie nachzudenken. Als temperamentvolle Person ist in mir bei
solchen Geschichten, bei solchen Machenschaften schon des öfteren
die kalte Wut aufgestiegen. Aber machen wir es doch mal anders,
bringen wir diese Nichtsnutze (aus Bürgersicht) mal so richtig in
Verlegenheit. Gehen wir freundlich hin, stellen uns doof und
verlangen wir auch solche Privilegien!
Ich
darf erinnern: Viele dieser Eliten haben keine anständige
Berufsausbildung, keine Erfahrung am normalen Arbeitsmarkt, dafür
aber geschönte Lebensläufe und am Ende gefakete Titel. Wenn eine
Arbeit, die jede ungelernte Hilfskraft ausführen könnte, noch dazu
ohne Fremdsprachenkenntnisse (ich sag nur: Simultanübersetzungen für
ein Heidengeld), was muss dann erst die produktive Arbeit der Bürger
wert sein?
Gehen
wir doch hin und gratulieren wir diese Menschen für Ihren
menschenwürdigen, familienfreundlichen Arbeitsplatz mit gesicherter
Altersvorsorge und verlangen wir MEHR.
Warum?
Weil Arbeit in der freien Wirtschaft, am freien Markt höhere
Anforderungen stellt, anstrengender ist, die Übernahme von
Verantwortung fordert, evtl. der Gesundheit abträglich ist, etc. pp.
Es
soll uns erst mal jemand erklären, warum das nicht möglich sein
sollte... ;o)
Der
link zum Video: http://www.youtube.com/watch?v=L6HOrkghmEI
gefunden
bei politaia.org.
Schönen
Abend,
Mirabai
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen