Samstag, 6. April 2013

Die letzten Steuerschlupflöcher müssen geschlossen werden – die Pferdesteuer hilft!

Immer wieder neue Ideen aus dem Elfenbeinturm des Geldeintreibens beglücken uns...

Weil einerseits Städte und Kommunen klamm sind und es andererseits modern ist, „die Reichen“ in die Pflicht zu nehmen, haben kreative Lokalpolitikerpersönlichkeiten neuerdings die Pferdesteuer ersonnen. Analog zum Hundchen soll in Zukunft auch für´s Pferdchen gezahlt werden müssen, dabei sind Beträge bis zu 750 Euro pro Jahr im Gespräch. Mal abgesehen davon, daß ich mich hier als Betroffene oute - geht’s denn eigentlich noch? Wird sich denn jetzt an jeden Strohhalm geklammert, der ein paar Groschen für die Steuerkasse verspricht? Und muss der arg strapazierte Begriff „Gerechtigkeit“ auch hier wieder das Feigenblättchen sein?

Offensichtlich ist die Lage allüberall wirklich desparat. Denn wenn fähige Kämmerer mit der Kanalisation, der U-Bahn und dem Weihnachtsmarkt das Tafelsilber schon verscherbelt haben, muss man halt schärfer nachdenken. Dann kann man schon mal auf solche verzweifelten Geistesblitze kommen. Man fragt sich – was folgt wohl als nächstes? Die Radieschensteuer für Schrebergärtner? Die Kaffeesatzsteuer für Gastronomen? Die Lochsteuer im Käse??
Glauben unsere derzeitigen Volksvertreter eigentlich, daß die Königsdisziplin ihrer Aufgaben darin besteht, sich am laufenden Zentimeter neue Steuern auszudenken? Steht das irgendwo in der job description??

Es geht mir hier wohl gemerkt nicht darum, eine Ausnahme für Pferde herbeidiskutieren zu wollen, während für andere Tiere sehr wohl gezahlt werden kann. Es geht mir hier unter anderem darum, die Absurdität dieses Steuersystems aufzuzeigen, welches in jedem unbesteuertem und unreguliertem Eckchen des bürgerlichen Lebens eine zu korrigierende Ungerechtigkeit sehen will. Man kommt doch hier vom Stöckchen zum Hölzchen! Es wird immer schlimmer, immer unübersichtlicher, immer verrückter, und alles, was durch so eine lebensfeindliche Denkweise gedeiht, ist der Verwaltungs- und Kontrollaufwand.

Und der Frust und die Wut der ausgepressten Bürger.

Ist eigentlich den Steuererfindern klar, dass Haustiere auch ohne direkte Besteuerung eine kommunale oder staatliche Einnahmequelle sind – über Steuern auf Anschaffungskosten, auf Futter, auf Ausrüstung, auf Arzthonorare, auf Medikamente, …?

Dass Tiere für viele Menschen wichtige soziale Kontakte ersetzen?

Dass Tiere gerade auf kranke, gewalterfahrene und einsame Menschen therapeutische Wirkung haben?

Dass viele Kinder und Jugendliche durch Tiere Sozialverhalten und Verantwortungsbewusstsein lernen? Und dass Zeit, die sie mit Tieren verbringen, tausendmal besser investiert ist als Zeit vor dem Fernseher oder dem Computer?

Dass bei vielen Tierhaltern sowieso der letzte Groschen an das geliebte Vieh geht – und dass Pferdehaltung durch eine Besteuerung für viele unmöglich werden wird. Mal in einen Pferdestall geguckt, liebe Politker? Gerade auf dem Land? Oder mal die Autos davor angeschaut? Nix nobles, kann ich nur sagen. Die ersten Pferde sollen übrigens schon am Tierheim einer steuereintreibenden Gemeinde angebunden aufgefunden worden sein...

Tiere gehören ein Stück weit einfach zum Leben, und es sollte allen Menschen frei stehen, für eines zu sorgen – ohne extra dafür zur Kasse gebeten zu werden. Denn eines ist wohl gewiss: Nicht wenige Rentner sparen sich die Futterdöschen für´s Hundchen vom Mund ab, und Teenies geben ihr Taschengeld für´s geliebte Pferd. Das sind ganz sicher keine wirklich reichen Leute. Und will man all diese Menschen schröpfen, weil ein Multimillionär vielleicht auch einen Araberhengst im Stall stehen hat? Und selbst wenn das so sein sollte – lassen wir ihm seine Freude, wenn er ansonsten ein tolles Mitglied unserer Gesellschaft ist.

Deshalb kann es nur eines geben: Weg mit diesem Steuer-Unsinn, mit diesem unentwirrbaren Dickicht aus Regulierungen und Verordnungen und Kontrollen.
Luft zum atmen und Freiheit für alle! Es reicht jetzt mal.
Die Pferdesteuer ist hier nur der Tropfen, der bei mir das Fass zum Überlaufen bringt und mich dazu treibt, mich an dieser Stelle zu äußern. Denn es geht nicht nur um das Pferd, um den Hund, um sonst ein Steuerobjekt. Es geht um mehr. Es geht um eine lebenswerte Gesellschaft.

Ich möchte hierzu abschließend gerne Willy Meurer zitieren: „Wenn die Bürger ihre Regierung fürchten, ist das Tyrannei – wenn die Regierung ihre Bürger fürchtet, ist das Freiheit.“
Wo wir stehen, mag sich jeder selber überlegen. Und ebenso, ob das denn so bleiben soll.


Viele Grüße und einen schönen Abend wünscht die Mirabai


P.S.: Ironie gefunden?? - Ach, geschenkt! Steuerfrei sogar! ;o)

P.S.S.: Ich hab mitgekriegt, dass sich die Partei der Vernunft PDV an dieser Stelle auch stark macht – mal informieren ist sicher eine gute Idee, nicht nur für die hier Betroffenen.

P.S.S.S.: Und was ich mich überhaupt frage – wo bleibt eigentlich die Steuer auf die klimaschädliche Heißluft, die unser Politikpersonal permanent ausdünstet...?? Da müsste doch ordentlich was zusammen kommen?







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