Immer
wieder neue Ideen aus dem Elfenbeinturm des Geldeintreibens beglücken
uns...
Weil
einerseits Städte und Kommunen klamm sind und es andererseits modern
ist, „die Reichen“ in die Pflicht zu nehmen, haben kreative
Lokalpolitikerpersönlichkeiten neuerdings die Pferdesteuer ersonnen.
Analog zum Hundchen soll in Zukunft auch für´s Pferdchen gezahlt
werden müssen, dabei sind Beträge bis zu 750 Euro pro Jahr im
Gespräch. Mal abgesehen davon, daß ich mich hier als Betroffene
oute - geht’s denn eigentlich noch? Wird sich denn jetzt an jeden
Strohhalm geklammert, der ein paar Groschen für die Steuerkasse
verspricht? Und muss der arg strapazierte Begriff „Gerechtigkeit“
auch hier wieder das Feigenblättchen sein?
Offensichtlich
ist die Lage allüberall wirklich desparat. Denn wenn fähige
Kämmerer mit der Kanalisation, der U-Bahn und dem Weihnachtsmarkt
das Tafelsilber schon verscherbelt haben, muss man halt schärfer
nachdenken. Dann kann man schon mal auf solche verzweifelten
Geistesblitze kommen. Man fragt sich – was folgt wohl als nächstes?
Die Radieschensteuer für Schrebergärtner? Die Kaffeesatzsteuer für
Gastronomen? Die Lochsteuer im Käse??
Glauben
unsere derzeitigen Volksvertreter eigentlich, daß die
Königsdisziplin ihrer Aufgaben darin besteht, sich am laufenden
Zentimeter neue Steuern auszudenken? Steht das irgendwo in der job
description??
Es geht
mir hier wohl gemerkt nicht darum, eine Ausnahme für Pferde
herbeidiskutieren zu wollen, während für andere Tiere sehr wohl
gezahlt werden kann. Es geht mir hier unter anderem darum, die
Absurdität dieses Steuersystems aufzuzeigen, welches in jedem
unbesteuertem und unreguliertem Eckchen des bürgerlichen Lebens eine
zu korrigierende Ungerechtigkeit sehen will. Man kommt doch hier vom
Stöckchen zum Hölzchen! Es wird immer schlimmer, immer
unübersichtlicher, immer verrückter, und alles, was durch so eine
lebensfeindliche Denkweise gedeiht, ist der Verwaltungs- und
Kontrollaufwand.
Und der
Frust und die Wut der ausgepressten Bürger.
Ist
eigentlich den Steuererfindern klar, dass Haustiere auch ohne direkte
Besteuerung eine kommunale oder staatliche Einnahmequelle sind –
über Steuern auf Anschaffungskosten, auf Futter, auf Ausrüstung,
auf Arzthonorare, auf Medikamente, …?
Dass
Tiere für viele Menschen wichtige soziale Kontakte ersetzen?
Dass
Tiere gerade auf kranke, gewalterfahrene und einsame Menschen
therapeutische Wirkung haben?
Dass
viele Kinder und Jugendliche durch Tiere Sozialverhalten und
Verantwortungsbewusstsein lernen? Und dass Zeit, die sie mit Tieren
verbringen, tausendmal besser investiert ist als Zeit vor dem
Fernseher oder dem Computer?
Dass
bei vielen Tierhaltern sowieso der letzte Groschen an das geliebte
Vieh geht – und dass Pferdehaltung durch eine Besteuerung für
viele unmöglich werden wird. Mal in einen Pferdestall geguckt, liebe
Politker? Gerade auf dem Land? Oder mal die Autos davor angeschaut?
Nix nobles, kann ich nur sagen. Die ersten Pferde sollen übrigens
schon am Tierheim einer steuereintreibenden Gemeinde angebunden
aufgefunden worden sein...
Tiere
gehören ein Stück weit einfach zum Leben, und es sollte allen
Menschen frei stehen, für eines zu sorgen – ohne extra dafür zur
Kasse gebeten zu werden. Denn eines ist wohl gewiss: Nicht wenige
Rentner sparen sich die Futterdöschen für´s Hundchen vom Mund ab,
und Teenies geben ihr Taschengeld für´s geliebte Pferd. Das sind
ganz sicher keine wirklich reichen Leute. Und will man all diese
Menschen schröpfen, weil ein Multimillionär vielleicht auch einen
Araberhengst im Stall stehen hat? Und selbst wenn das so sein sollte
– lassen wir ihm seine Freude, wenn er ansonsten ein tolles
Mitglied unserer Gesellschaft ist.
Deshalb
kann es nur eines geben: Weg mit diesem Steuer-Unsinn, mit diesem
unentwirrbaren Dickicht aus Regulierungen und Verordnungen und
Kontrollen.
Luft
zum atmen und Freiheit für alle! Es reicht jetzt mal.
Die
Pferdesteuer ist hier nur der Tropfen, der bei mir das Fass zum
Überlaufen bringt und mich dazu treibt, mich an dieser Stelle zu
äußern. Denn es geht nicht nur um das Pferd, um den Hund, um sonst
ein Steuerobjekt. Es geht um mehr. Es geht um eine lebenswerte
Gesellschaft.
Ich
möchte hierzu abschließend gerne Willy Meurer zitieren: „Wenn die
Bürger ihre Regierung fürchten, ist das Tyrannei – wenn die
Regierung ihre Bürger fürchtet, ist das Freiheit.“
Wo wir
stehen, mag sich jeder selber überlegen. Und ebenso, ob das denn so
bleiben soll.
Viele
Grüße und einen schönen Abend wünscht die Mirabai
P.S.:
Ironie gefunden?? - Ach, geschenkt! Steuerfrei sogar! ;o)
P.S.S.:
Ich hab mitgekriegt, dass sich die Partei der Vernunft PDV an dieser
Stelle auch stark macht – mal informieren ist sicher eine gute
Idee, nicht nur für die hier Betroffenen.
P.S.S.S.:
Und was ich mich überhaupt frage – wo bleibt eigentlich die Steuer
auf die klimaschädliche Heißluft, die unser Politikpersonal
permanent ausdünstet...?? Da müsste doch ordentlich was zusammen
kommen?