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Donnerstag, 11. Juli 2013

Neun Plagen, die zum Zusammenbruch des westlich-kapitalistischen Systems führen müssen.

Paul Rosenberg von Freemansperspective.com hat einen Artikel verfasst, der mir aus der Seele spricht. In kurzen Worten werden genau jene Übel beschrieben, die derzeit massiv an unserem Gesellschaftssystem rütteln. Das perfide hierbei ist, dass diese Übel in klitzekleinen Schrittchen größer und größer geworden sind und ihre Auswirkungen ebenso schleichend entfalten konnten. Wir gewöhnten uns gewissermaßen an Ihre strangulierende Wirkung und versäumten es, diese Plagen rechtzeitig in ihrem Wuchern zu beschneiden.

Und jetzt? Eine grundsätzliche Bestandsaufnahme ohne ideologische Verbrämung ist bitter notwendig, um einem gesunden System-Neustart Platz zu schaffen. Ein durchwurstelndes “Weiter-So“ und Rumgeflicke an Details wird nur die Fallhöhe verschärfen, wenn es denn kracht.

Rosenbergs Artikel beschreibt grundsätzlich die Zustände in den USA, jedoch ist die Situation ziemlich gut auf Europa, bzw. Deutschland übertragbar.

Zunächst: Unser System wird zwar immer als durch und durch kapitalistisch beschreiben, ist es aber nur in Teilbereichen. Der freie Wettbewerb wird verzerrt, die Politik greift gerne „regulierend“ und „schützend“ in den Markt ein, und so haben wir es derzeit eher mit einem Gemenge aus den üblen Auswirkungen von Kapitalismus und Sozialismus zu tun.

Was nagt jetzt an unserem System, welches sind diese neun Plagen?

  • Die Leistungsträger, hier in Deutschland die sog. Mittelschicht und kleinere, bzw. mittlere Unternehmen werden immer stärker belastet und geschröpft.
  • Sparen, d.h., der Aufbau von Wohlstand, ist für breitere Gesellschaftsschichten im Grunde unmöglich gemacht worden: Man bedenke die derzeit herrschende finanzielle Repression mit höherer Inflationsrate als durch Sparzinsen erzielt werden kann, man bedenke Lohnkürzungen, Steuererhöhungen und Gebührenwahn bei gleichzeitig immer unsichereren Geldanlagemöglichkeiten.
  • Die den Bürgern und Unternehmern auferlegten Regulierungen, d.h., der Verwaltungswildwuchs kostet immense Summen, in den USA waren es in 2008 rund 14 % des Volkseinkommens. Denkt jemand, dass es in Verwaltungsdeutschland, bzw. in Euro-Land hübscher aussieht??
  • Kleine Unternehmen werden aus dem Markt gedrängt, die Marktmacht konzentriert sich bei den Konzernen, welche die Rahmenbedingungen diktieren.
  • Der militärisch-industrielle Komplex ist außer Kontrolle – dies gilt besonders für die USA, in Deutschland ist sicherlich viel Macht beim sozial-industriellen Komplex konzentriert. Heerscharen von Anwälten, Sozialarbeitern, Pädagogen und Beamten laben sich an den Missständen in der Republik, hat jedoch jemand den Eindruck, dass dies zu mehr Gerechtigkeit führt?
  • Der Anteil nichtproduktiver Jobs wie der von Beamten, Verwaltungs- und Vollzugsangestellten wuchert.
  • Der von der Realwirtschaft und von der Schaffung von Werten abgekoppelte Finanzsektor kreiert Einkommen in unanständiger Höhe.
  • Die modernen Unternehmen haben sich in ihren Schwerpunkten von der (mühsamen, aber ehrbaren) Entwicklung und Herstellung von Gütern abgekehrt und sich dem einfachen, schnellen Geld durch Akquisitionen zugewandt.
  • Das ungedeckte Papiergeldsystem mit Zinseszinseffekt, geschöpft durch Geschäftsbanken, wird den Menschen aufgezwungen. Es entfaltet seine schädlichen Auswirkungen zwingend über einen längeren Zeitraum. Für eine kleine Elite werden leistungslose Einkommen in unanständiger Höhe ermöglicht.

Danke, Paul Rosenberg, für diese glasklare Analyse. Wo aber liegt nun die Lösung?

Die gutmütige, reale Werte schöpfende produktive Klasse muss sich ihrer Stellung, ihres Wertes für die Gesellschaft bewusst werden. Und sie muss aufhören, sich von den vermeintlichen Eliten in den sogenannten höheren Position missbrauchen und ausbeuten zu lassen.

Wie Schiller schon bemerkte: Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen.

Viele Grüße von
Mirabai


Quellen: